Im Zoo Zürich ist am 19. November der 100. kleine Leierhirsch geboren worden. Die Jungtiere wiegen bei der Geburt 3,5 bis 5,5 Kilogramm. Sie folgen ihrer Mutter nicht sofort auf Schritt und Tritt sondern suchen sich nach dem Säugen einen versteckten Liegeplatz, sind also sogenannten "Ablieger", wie Zoo-Kurator Robert Zingg sagte.

Wenn man im Winter zur Welt kommt, der Boden kalt ist und es regnet oder schneit, ist das ein eher ungemütlicher Ort. Für den Zürcher Hirschnachwuchs gibt es daher Zugang zum Stall. Der Nachwuchs wird rund drei Monate gesäugt, zupft aber auch schon am frischen Heu. Als Nahrung dienen den Hirschen Gräser und Blätter sowie Blüten und heruntergefallene Früchte.

In der Heimat stark bedroht

Die Leierhirsche haben ihren Namen von der Form ihres Geweihs, die an eine Leier erinnert. Sie stammen aus Süd-Südostasien und kommen in Indien, Myanmar, Laos, Kambodscha und China vor. In Thailand und Vietnam gelten die Tiere als wahrscheinlich ausgestorben. Von der Internationalen Welt-Naturschutzunion IUCN werden sie als stark bedroht eingestuft.

13 Zoos mit gut 160 Tieren beteiligen sich in Europa an einem Erhaltungszuchtprogramm. Weltweit leben die Hirsche in 28 zoologischen Institutionen. Und auch unter ganz anderen klimatischen Bedingungen halten sie am Fortpflanzungsfahrplan aus ihrem Herkunftsgebiet fest.

Dort fällt die Geburtssaison zwar auch in die "kalte" Jahreszeit, was dort allerdings Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad Celsius bedeutet, wie Zingg erklärte.