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Zürcher Berufsschüler turnen bald nach neuen Regeln

Ziel des neuen Schulsportplans: Die Lernenden sollen auch für Sport ausserhalb der Berufsschule motiviert werden. (Keystone/MARTIN RUETSCH)

Ziel des neuen Schulsportplans: Die Lernenden sollen auch für Sport ausserhalb der Berufsschule motiviert werden. (Keystone/MARTIN RUETSCH)

Für Sport haben Lernende wenig Zeit und Platz – daher ist es wichtig Berufsschülern die nötige Motivation und Möglichkeit zu liefern. Der Kanton Zürich nimmt sich der Thematik an, es zeichnet sich eine Lösung für das Turnhallen-Problem ab.

Berufsschüler stehen am Anfang der Arbeitskarriere. Der Einstieg ins Berufsleben fordert schnell einmal Opfer: Die Freizeit wird weniger und die Hobbies treten etwas in den Hintergrund. Umso wichtiger ist es, die Lernenden für Spass an der Bewegung zu motivieren.

Das zumindest ist eines der Ziele des neuen Lehrplans für den Sportunterricht an den Berufsschulen. Dieser hat der Kanton Zürich nun in die Vernehmlassung geschickt, die noch bis zum 15. Dezember dauert. Umgesetzt werden soll der neue Lehrplan bis zum Schuljahr 2017/2018.

Eingeteilt ist der Unterricht neu nach fünf Handlungsbereichen. Damit sollen die unterschiedlichen Bedürfnisse der Lernenden aus verschiedenen Berufsfeldern besser abgedeckt werden. Der Sportkatalog umfasst die Bereiche Spiel, Wettkampf, Ausdruck, Herausforderung und Gesundheit.

Ein Lehrplan als Hilfsmittel

Entwickelt haben ihn die Konferenz der Rektorinnen und Rektoren der Berufsfachschulen im Kanton Zürich und Sportlehrer von öffentlichen und privaten Berufsschulen. Marc Kummer, Amtschef Mittelschul- und Berufsbildungsamt der Bildungsdirektion des Kantons Zürich sagt: «Bei der Erarbeitung war René Wyttenbach, Rektor der Berufsfachschule in Dietikon, federführend.» Er habe mit einer Handvoll Sportlehrer den neuen Lehrplan erarbeitet.

Deswegen rechnet Kummer von der Bildungsdirektion des Kantons Zürich während der Vernehmlassung nicht mit negativen Rückmeldungen zum nun vorgelegten Sportschulplan. Denn gemäss Kummer stellt dieser einen Fortschritt dar. «Er ist aufgrund der Detailliertheit der Anforderungsstufen pro Lehrjahr eine Hilfestellung», sagt er.

Inhaltlich seien die Sportlehrer bis anhin weniger geführt gewesen. Sie entschieden selbstständig was sie in ihr Lehrprogramm aufnahmen. «Der künftige Lehrplan ist deutlich strukturierter und einheitlicher», sagt Kummer.

Es mangelt an Zeit und Platz

Gegliedert ist er in sieben Kapitel. Vom Sportbetrieb, der den Umgang mit den einzelnen Anforderungsprofilen der Berufsschüler beschreibt, zu den Lernzielen und Anforderungen nach Lehrjahren – die nach den fünf Handlungsbereich definiert werden, über die Beurteilung der Sportkompetenzen der Lernenden, bis hin zur Obhutspflicht der Sportlehrer, der Unfallprävention und zu guter Letzt der Qualitätsansprüche an den Sportunterricht selber, ist der neue Lehrplan umfangreich.

Was für Sportlehrer die Gestaltung der wenigen Unterrichtsstunden für Berufsschüler erleichtern soll, steht bei der Umsetzung aber noch vor ganz anderen Hürden: «Eine grosse Herausforderung ist, dass wir nicht überall die notwendige Sportinfrastruktur haben. Das gilt insbesondere für die Stadt Zürich», so Kummer.

Auf diesen Engpass jedoch antwortete der Regierungsrat vor rund zwei Wochen (die Limmattaler Zeitung berichtete), in dem er die Investition von 258 Millionen Franken für die Bildungsmeile an der Ausstellungsstrasse in Zürich guthiess. Dabei handelt es sich um eine zentralisierte Lösung für die Berufsschulen der Stadt.

Die Anlage soll Verpflegungseinrichtungen, eine gemeinsamen Mediothek, eine Sechsfachturnhalle, mehrere kleine Sportanlagen und einzelne Berufsfachschulgebäude umfassen. Kummer sagt dazu: «Damit wird den Handlungsbereichen Gesundheit und Prävention, der bedarfsgerechten Ernährung, der Fitness und Haltung mit und ohne Geräte, aber auch dem Turnhallen-Mangel Rechnung getragen.»

Denn grundlegendes Ziel des neuen Sportschulplans sei es, die Lernenden für Sport und Bewegung neben ihrem Arbeitsalltag zu motivieren. Was in den relativ wenigen Berufsschultagen pro Woche anspruchsvoll sei. Dennoch ist Kummer sicher, ist es wichtig, dass sportliche Aktivitäten auch in Zukunft Platz im Lebensalltag von Berufstätigen haben.

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