Showbusiness

Zürcher Fan bringt Mariah Carey in die Bredouille

Nach der Show in Zürich: Mariah Carey und Adi Kolecic mit dem Spruch, der in den USA hohe Wellen wirft.

Nach der Show in Zürich: Mariah Carey und Adi Kolecic mit dem Spruch, der in den USA hohe Wellen wirft.

Wegen des Schilds eines Zürcher Fans wird die Pop-Diva Mariah Carey nun im Internet angefeindet.

Wie schnell Fotos dank der Sozialen Medien um die Welt gehen können, zeigt das Beispiel eines jungen Zürchers, dessen Bild vergangene Woche in einer amerikanischen Talkshow vor einem Millionenpublikum diskutiert wurde. Was für Adi Kolecic mit einem harmlosen Konzertbesuch begann, wurde für sein Idol Mariah Carey zu einem Gau. Doch von Anfang an.

Vor einer Woche gab die US-Amerikanerin Mariah Carey, die in ihrer Karriere rund 200 Millionen Tonträger verkaufte, ein Konzert im Zürcher Hallenstadion. Kolecic war in der vordersten Reihe mit dabei. Seit Jahren ist er ein grosser Fan der Sängerin und auch auf ihrer aktuellen Europatournee hat er mehrere Konzerte besucht. Für dasjenige in Zürich fertigte der 32-Jährige ein Schild an, auf dem «Still don’t know her» (ich kenne sie noch immer nicht) zu lesen war. Damit referenzierte der Marketing Manager bei einer Versicherung eine Fehde zwischen Carey und der Entertainerin Jennifer Lopez.

In einem früheren Interview gab Carey an, noch nie von ihr gehört zu haben. Seither unterstellen die Medien den beiden Diven eine Rivalität. «Ich wollte ein Schild machen, das Mariah auch von der Bühne aus auffällt», sagt Kolecic auf Anfrage der Limmattaler Zeitung. Und das tat es auch. So verwies Carey zwischen zwei Liedern auf Kolecics Schild und bemerkte lachend, dass sie das Geschriebene wohl lieber nicht laut vorlesen würde. «Ihren Kommentar fand ich grossartig, weil ich wusste, dass sie den Witz lustig fand.»

Im Anschluss an das Konzert gelangten Kolecic und seine Begleiter an Backstage-Pässe, die ihnen ein Treffen mit der Sängerin ermöglichten. Mit dabei: das Schild. Carey war davon derart begeistert, dass sie sich mit Kolecic und dem Corpus delicti für ein Erinnerungsfoto ablichten liess. Das entstandene Bild verbreitete Kolecic am nächsten Tag sogleich auf den Sozialen Medien und verlinkte Careys Instagram-Account damit. Nach nur wenigen Stunden wurde das amerikanische Klatschportal breatheheavy.com auf das Foto aufmerksam und nahm es zum Anlass, einen Artikel zu verfassen. Die Nachricht von Carey, die ihre Rivalität mit Lopez aufleben lasse, wurde in dem folgenden Tagen von mehreren Blogs und Newsseiten diskutiert und sorgte auf den Sozialen Medien für Hunderte Kommentare: Carey wurde für das Foto teils harsch kritisiert. In ihrer Sendung vom vergangenen Donnerstag kommentierte auch Talkmasterin Wendy Williams das Bild. Den durchschnittlich 2,5 Millionen Zuschauern wurde Kolecics Bild nicht vorenthalten.

US-Talkmasterin Wendy Williams über Mariah Carey

US-Talkmasterin Wendy Williams über Mariah Carey

Das Papp-Schild eines Zürcher Mariah-Carey-Fans war Thema in der US-Talkshow «Wendy» (ab Min. 10.40).

Erst ein schlechtes Gewissen

Kolecic ist überrascht von den Wellen, die sein Bild schlug. «Ich hielt es für eine witzige Idee. Anfangs hatte ich ein schlechtes Gewissen, dass Carey nun wegen meiner Idee in der Kritik steht», sagt er. Aber nach 26 Jahren in der Musikindustrie wisse Carey sicherlich mit solchen Anfeindungen umzugehen. Mittlerweile nimmt er die Sache auch mit Humor: «Der Satz ‹I don’t know her› hat inzwischen Kultstatus unter ihren Fans erreicht. Die meisten haben also verstanden, dass es sich beim Schild um einen Witz handeln sollte.» Trotz der weitreichenden Konsequenzen wird Kolecic das Treffen mit der Diva in bester Erinnerung behalten. «Sie war sehr natürlich und hat sich für ihre Fans viel Zeit genommen – ausserdem behielt sie das Schild als Erinnerung», sagt er.

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