Dietikon

Zwei Studierende entwerfen den grössten Park der Stadt – so soll er aussehen

Zwei Studenten der Hochschule für Technik Rapperswil haben sich im Zuge ihrer Bachelorarbeit mit der möglichen Gestaltung des Parks im Niderfeld-Quartier beschäftigt. Die beiden präsentierten ihre Pläne im Studio Dietikon.

Für Landschaftsarchitekten dürfte die Gestaltung des Niderfeld-Parks ein Traumprojekt sein. Selten ergibt sich wohl die Gelegenheit, eine derart grosse Grünfläche zu planen. Dies liessen sich zwei Studierende der Hochschule für Technik Rapperswil nicht entgehen. Gina Studer und Jonathen Albiez widmeten sich in ihrer Bachelorarbeit dem künftigen Dietiker Naherholungsgebiet. Wie die beiden den Park gestalten würden, präsentierten sie Interessierten am Donnerstagabend im Studio Dietikon. «Ist er fertiggestellt, wird er der grösste Park der Stadt sein», sagte der anwesende Dietiker Stadtplaner Severin Lüthy einleitend.

Die beiden Bachelorarbeiten entstanden nicht aus dem Bauch heraus. Dank eines Grobkonzepts, das vom Landschaftsarchitekturbüro Studio Vulkan erstellt wurde, konnten die Studierenden auf einige Grundlagen zurückgreifen. Neben einer grossen Wiese ist eine Auenlandschaft vorgesehen, die vom Teischlibach durchflossen wird. Ein weiterer Teil soll als Rückhaltebecken bei Überschwemmungen dienen. Tritt das Wasser über die Ufer, soll sich hier nicht nur der Teischlibach breitmachen, ohne die Liegenschaften zu überschwemmen. Auch die Reppisch könnte notfalls hierher umgeleitet werden. Aufenthaltsinseln und Siedlungsgärten sollen ebenfalls Platz finden.

«Einen derart grossen Park zu gestalten, reizte mich sehr», sagt Albiez. «Neben dem Massstab war auch der Bezug auf das städtebauliche Konzept, der mit der Parkgestaltung gemacht werden musste, spannend», ergänzt Studer. Die beiden Studierenden hatten für die Entwicklung ihrer Projekte zwei Monate Zeit.

Pavillons mit guter Aussicht über die Allmend

Im Rahmen der beiden Bachelorarbeiten entstand Landschaftsarchitektur, wie sie dereinst im Niderfeld umgesetzt werden könnte. In seinem Entwurf sieht Albiez vor, entlang des Trassees der Limmattalbahn auf der Südseite des Parks eine Baumallee zu platzieren. Er empfiehlt, mehrere Baumsorten wie Ahorn oder Buche zu nutzen. Einen belebten, urbanen Platz plante er nördlich der künftigen Haltestelle der Limmattalbahn beim Quartiereingang. «Treppenstufen führen vom Platz mit Sportfeld hinunter zum Rasen. Sie dienen auch dem Hochwasserschutz», sagt er. In einem Pavillon soll zudem ein Café platziert werden, das dank seiner Positionierung oberhalb der Treppe eine gute Aussicht auf den Park ermögliche.

Im Norden des Perimeters ist die abgesenkte Auenlandschaft zu finden. Durchkreuzt wird der Park von einem vier Meter breiten Wegnetz, das von einem Nebenwegnetz ergänzt wird. «Auf der grossen Wiese wird keine Nutzung vorgeschrieben, die Menschen können selber entscheiden, was sie darauf machen wollen», sagte er. Gemeinschaftsgärten siedelt Albiez im Nordwesten des Parks an. Weiter sollen einheitliche Sitzelemente aus Sichtbeton, die 46 auf 46 Zentimeter messen, an mehreren Stellen im Park verteilt werden. Er entwickelte unterschiedliche Modelle.

Auch Studer hält den Platz gleich bei der Haltestelle der Limmattalbahn für besonders wichtig. Immerhin markiere er den Eingang ins Niderfeld. Sie setzt ihn allerdings nicht rechter Hand, sondern geradeaus gegen den Park. Hier würde sie einen Pavillon platzieren, der ebenfalls zum Verweilen einlädt. «Die Weite der Allmend wäre sehr beeindruckend von hier aus», sagt sie. Auch sie arbeitet mit Sitztreppen, die die Besucher hinunter zum Bach bringen. «Dort würde ich den bislang geradlinigen Teischlibach zu einer Wasserlandschaft umgestalten.» Dabei handelt es sich um künstlich modellierte Bachläufe, die je nach Wassermenge unterschiedlich stark durchflossen wären. «Obwohl es sich um modellierte Bachläufe handelt, kann eine natürliche Dynamik entstehen. Pflanzen können in trockenen Seitenarmen wachsen und bei Hochwasser wieder weggespült werden. Ausserdem entstünde hier ein einzigartiges Spiel- und Entdeckungsparadies für Gross und Klein», sagt sie.

Entwicklung des Niderfelds ist ein Generationenprojekt

Zwei weitere Plätze wären im Nordwesten des Parks, wo die Limmattalbahn den Perimeter verlässt, und auf der Nordseite des Parks vorgesehen. Bei ersterem handelt es sich um einen Quartierplatz, der ebenfalls mit Bäumen bepflanzt wäre und für Märkte genutzt werden könnte, und beim zweiten um einen Spielplatz. «Die Gemeinschaftsgärten im Nordwesten werden mit einem Streuobsthain kombiniert. Alles ist begehbar», sagt sie. Das Rückhaltebecken reichert sie mit Auenhölzern an, die auch mit viel Feuchtigkeit zurechtkommen. Waldlichtungen sollen aber auch zum Sport genutzt werden.

Bereits seit Mitte der 1990er-Jahre ist das Limmatfeld zwischen dem Dietiker Zentrum und der Grenze zu Spreitenbach im kantonalen Richtplan als Zentrumsgebiet mit hoher Ausnützung ausgeschieden. Es umfasst rund 40 Hektaren und ist damit die letzte grosse Baulandreserve der Stadt. In einer aufwendigen Planung unter Einbezug von Grundeigentümern, Politikern und Anwohnern entstand ein Masterplan zur künftigen, stark verdichteten Nutzung. Dieser sieht vor, einen grossen Park anzulegen. Um diesen sind einerseits reine Wohnquartiere und ein Mischnutzungsgebiet sowie Flächen für Gewerbe und Industrie vorgesehen. Am östlichen Rand des Quartiers soll zudem ein neues Schulhaus erstellt werden. Das vor zwei Jahren eingeleitete Quartierplanverfahren, in dem primär die Erschliessung des Gebiets und die Landumlegungen unter den 45 Grundeigentümern behandelt werden, liegt derzeit bei der kantonalen Baudirektion zur Prüfung.

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