Kommentar
Warum die Booster-Impfung unsere Probleme auch nicht löst

Swissmedic hat am Dienstag die Zulassung für die dritte Impfdosis gegen das Coronavirus zugelassen. Unsere Probleme löst dies allerdings noch nicht. Ein Kommentar.

Bruno Knellwolf
Bruno Knellwolf
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Bald gibt es auch in der Schweiz die dritte Impfung.

Bald gibt es auch in der Schweiz die dritte Impfung.

Keystone

Wer über 65 ist, kann sich ab Mitte November mit einer Auffrischimpfung absichern, was in anderen Ländern schon seit Wochen möglich ist.

Zugelassen hat Swissmedic die Booster-Impfung auch für jüngere, wenn diese von Vorerkrankungen betroffen sind. Die Impfkommission EKIF empfiehlt diese dagegen erst ab 65. Das ist kein Widerspruch, denn Zulassung und Empfehlung sind nicht das gleiche und die EKIF-Empfehlung macht durchaus Sinn.

Die wissenschaftlichen Daten zeigen, dass sich die Schutzwirkung der Impfung bei über 80-jährigen auf Dauer um etwa 10 Prozent reduziert und diese bei über 65-jährigen generell leicht nachlässt. Bei jüngeren Menschen gibt es, auch wenn sie an Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes leiden, noch keine deutlichen Hinweise, dass der Impfschutz so stark nachlässt, dass eine Booster-Impfung zwingend wäre. Gibt es jemanden, der 50-jährig ist, aber ein Immunsystem eines 80-jährigen hat, kann dieser in Absprache mit seinem Arzt ebenfalls eine Auffrischimpfung erhalten.

Boostern ist gut und recht und kann Todesfälle bei Menschen in Pflegeheimen reduzieren. Die epidemiologische Wirkung der Auffrischungen ist aber nicht vergleichbar mit jener der Erst- und Zweitimpfungen. Bei diesen erhöht man die Schutzwirkung nicht wie beim Boostern von 80 auf 90 Prozent, sondern von Null auf 90. Die ersten Impfungen bleiben also die «Game-Changer» in der Pandemie.

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