Armee
Bericht zur Diskriminierung von Homosexuellen in der Armee: Kontrovers ist nur die Geld-Frage

Verteidigungsministerin Viola Amherd lässt untersuchen, wie Schwule früher in der Armee diskriminiert wurden. Auch eine finanzielle Entschädigung steht im Raum.

Kari Kälin
Kari Kälin
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Das deutliche Ja zur «Ehe für alle» ist der jüngste Beleg, dass die Homosexualität mitten in der Gesellschaft angekommen ist. Bloss: Es ist gar nicht so lange her, als bezüglich der sexuellen Orientierung alles andere als ein liberaler und toleranter Wind wehte.

Das zeigt sich auch in der Armee. Schwulsein war früher ein Grund für Untauglichkeit. Schwule Armeeangehörige erhielten in internen Dokumenten einen Vermerk «HS» für «homosexuell». Es gibt Hinweise, dass der Stempel «homosexuell» Militärkarrieren behinderte.

In Deutschland hat eine Untersuchung gezeigt, dass genau dies bis im Jahr 2000 der Fall war. Homosexuelle Soldaten seien jahrzehntelang systematisch diskriminiert worden, räumte Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer ein. Der Bundestag hat ein Entschädigungsgesetz beschlossen. Wer eine Diskriminierung während des Militärdiensts glaubhaft machen kann, soll pauschal 3000 Euro erhalten.

Auch Viola Amherd will das Unrecht untersuchen lassen, das Homosexuelle in der Armee erfahren haben. Dies zeigt, wie viel Priorität die erste Schweizer Verteidigungsministerin dem Kampf gegen Diskriminierung und dem Thema Diversität einräumt.

Die Frage wird sein: Welche Folgen wird der Bericht haben? Gibt es wie in Deutschland eine finanzielle Entschädigung? Oder soll der Bundesrat das Leid symbolisch anerkennen? Die politische Kontroverse steht erst noch bevor.

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