Umbau
Abstellgleis-Feeling im Laufental

Priorität hat auf der Laufentallinie der zusätzliche Schnellzug, der wegen des Umbaus in Lausanne nötig wird. Deshalb muss der S-Bahn-Viertelstundentakt nach Laufen weiter warten.

Daniel Haller
Daniel Haller
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Eingleisig hat die S-Bahn im Laufental keine Chance auf einen Ausbau des Angebots.

Eingleisig hat die S-Bahn im Laufental keine Chance auf einen Ausbau des Angebots.

Die Botschaft des Bundesrats zur Bahn 2000 sah bereits vor 29 Jahren für die Laufentallinie den Halbstundentakt im Fernverkehr vor. Seither wurde aber die Bahninfrastruktur im Laufental nicht ausgebaut, und nun muss der Kanton Baselland die Doppelspurinsel Duggingen–Grellingen vorfinanzieren, damit sich überhaupt etwas bewegt. Dabei wird dieser neue Doppelspurabschnitt nicht gebaut, um das Angebot auszuweiten, sondern bloss um im Laufental eine weitere Verschlechterung der Bahnverbindungen wegen des Ausbaus im Bahnhof Lausanne abzuwenden.

Bitter ist, dass sich im Dominoeffekt die abgewehrte Verschlechterung auf die S-Bahn überträgt: Statt dass das Laufental, das notabene auf der Strasse jeden Morgen mit Stau zu kämpfen hat, nun durch zusätzliche S-Bahnen entlastet würde, wird der Viertelstundentakt auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Gründe mögen im Einzelnen nachvollziehbar sein. In der Summe dürften sie aber die Unzufriedenheit im Tal weiter anheizen. Was sich aus dem Meccano der Bahn-Ausbauten in anderen Landesteilen ergibt, führt im Laufental zu einer Verschärfung der regionalpolitisch angespannten Stimmung: Will das Baselbiet seine Strukturen auf die heutigen Anforderungen ausrichten, sind Regionen, die aus dem Gefühl der Benachteiligung heraus selbst bei kleinen Schritten mauern – die Diskussion um die Geburtsklinik lässt grüssen –, eine schlechte Voraussetzung. Es geht um mehr als den Platz in der S-Bahn am Morgen. Darum ist ein verbindlicher Termin für den Viertelstundentakt dringend erforderlich.