Persönlich
Auch Kleinvieh macht Mist, sagt sich die Post

Wie ich mich beim Zurückschicken der Steuererklärung gleich doppelt ausgenommen fühlte.

Samuel Hufschmid
Samuel Hufschmid
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Ausgeklügeltes Tarif-System der Post oder Zufall?

Ausgeklügeltes Tarif-System der Post oder Zufall?

Keystone

Ich bin zugegebenermassen etwas stolz auf mich, dass ich in diesem Jahr die Steuererklärung rechtzeitig abgeschickt und nicht nur die Frist verlängert habe. Und beim Abschicken ebendieser Steuererklärung bin ich, so glaube ich, auch noch einem geschickten Einnahmen-Optimierer in Diensten der Schweizerischen Post auf die Schliche gekommen. Und zwar hat das mit der Tarif-Gestaltung für Grosscouverts zu tun.

Es gibt nämlich zwei Sorten von Briefmarken, die ich standardmässig zu Hause habe. Die 1-Franken-Marke, wenns mal schnell gehen muss, und die 85-Rappen-Marke für
B-Post. Kombiniert man diese beiden Marken, kommt man, je nach Zusammensetzung, auf 1.70 Franken für zwei B-Post-Marken, 1.85 bei einer A- und einer B-Post-Marke oder 2 Franken für zwei A-Post-Marken. Ein Grosscouvert im Format B4, wie es der Steuererklärung in Basel-Stadt unfrankiert für den Rückversand beiliegt, kostet aber 1.80 Franken – also ein ziemlich fieser Preis genau zwischen den genannten Beträgen.

Ohne die genauen Zahlen zu kennen, behaupte ich, die Post nimmt einen nicht zu unterschätzenden Zusatzbetrag nur dadurch ein, dass viele, wie ich, das Couvert überfrankieren. Nämlich indem sie eine A- und eine B-Post-Marke aufkleben und 1.85 statt 1.80 bezahlen. Ein Blick auf die weiteren B-Post-Tarife für Briefe weist zudem darauf hin, dass ein System dahinterstecken könnte. Denn weder die 2.35 Franken für dicke Standardbriefe, die 2.60 Franken für dicke B5-Couverts noch die 3.60 Franken für dicke Grossbriefe können mit Standard-Marken exakt frankiert werden.

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