Persönlich
Bitte barfuss

Rahel Koerfgen
Rahel Koerfgen
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Er machts richtig.

Er machts richtig.

KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Das ging aber schnell. Die Rheinwassertemperatur hat einen «Gump» gemacht die vergangenen Tage, angenehme 21 Grad jetzt. Die Memmen-Marke wurde geknackt. Damit gehen jetzt alle, aber wirklich alle Ausreden den Bach ab. Nichts da mit «zu kalt». Ab ins Wasser! Auch für mich war gestern Premiere, die Abkühlung genau das, was ich nach einem hitzigen Tag im Büro gebraucht habe. Beim Ausstieg lief es mir allerdings eiskalt den Rücken runter: Überall diese hässlichen Badeschuhe, in noch hässlicheren Farbkombinationen, Türkis mit Orange, Lila mit Pipigelb. Wobei diese Dinger die Bezeichnung «Schuhe» ja gar nicht verdient haben. Sie fallen unter dieselbe Kategorie wie Dreiviertelhosen mit Gummizug am Saum und Kurzarmhemden. Geht nicht, und zwar nie, keine Ausreden. Es sind für mich die modischen Schattenseiten eines jeden Sommers.

Am liebsten wäre mir ein Badelatschen-Verbot am Rhein, ein Verbot mehr oder weniger, darauf kommt es jetzt nicht mehr an. Jetzt, da die Raucher in Basel ihre Zigistummel gefälligst in den an den Abfalleimern montierten Aschenbechern entsorgen sollen (gesehen habe ich noch keinen).

Ein echter Rheinschwimmer geht barfuss den Bach ab. Nimmt in Kauf, dass die Steine beim Ausstieg am Ufer pieksen, blöde Verrenkungen inklusive. Okay, wer schon einmal in eine Glasscherbe getreten ist und deshalb auf die Latschen steht, für den habe ich ein klein wenig Verständnis. Besser aber, man spricht die Abfallsünder direkt an, jene, die die Glasflaschen nach einem feuchtfröhlichen Abend liegen lassen. Wenn wir alle ein wachsames Auge haben und jene bei den Ohren nehmen, welche die Rheinidylle verdrecken wollen, dann bin ich sicher, dass alle Badelatschen bald auf Nimmerwiedersehen im Keller verstaut werden können. Schön wäre es.

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