Persönlich
BLKB – die Bank fürs Grosskapital

David Sieber
David Sieber
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(Symbolbild)

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Nicole Nars-Zimmer niz

John Häfelfinger, seit gut 13 Monaten CEO der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB), gibt sich gerne als Mann des Volkes. Als Banker zum Anfassen. Als einer, der findet, so eine Kantonalbank gehöre unter die Leute. So müssen seine Angestellten keine Krawatte mehr tragen. Man begibt sich damit auf Augenhöhe des kleinen Mannes. Es fehlt nur noch ein kräftiges High Five nach einer Kontoeröffnung oder der Unterschrift unter einen Kreditvertrag. Gleichzeitig wird das Filialnetz verdichtet, also abgebaut. Was betriebswirtschaftlich vernünftig erscheint, weil Bankgeschäfte immer mehr via Internet abgewickelt werden, erklärt vielleicht auch, weshalb die Lockerung der Kleidervorschriften so ein revolutionärer Schritt nicht ist. Vor dem PC muss ein Kundenberater nicht mit einem stilvollen Auftritt Seriosität ausstrahlen.

Allerdings nimmt sich Häfelfinger von der Krawattenbefreiungspflicht gerne aus. Jedenfalls bei öffentlichen Auftritten. Muss man daraus schliessen, dass er die BLKB der Hochfinanz als Dienstleister anbieten möchte? Ein Indiz dafür gibt es: Seine Bancomaten zielen ganz offensichtlich auf die oberen Zehntausend. Wer 200 Franken beziehen will, erhält eine 200-Franken-Note. Immer. Nicht zwei Hunderter oder einen Hunderter und zwei Fünfziger, wie bei jeder anderen Bank. Nein, einen grossen Lappen, auf den weder der Sandwichmann, der seine Waren morgens der Redaktion feilbietet, herausgeben kann, noch die meisten Foodstände in der Markthalle.

Lieber John Häfelfinger, reiche Leute bezahlen mit der Platinkarte. Und wenn Sie Bargeld benötigen, dann ziehen sie eine Tausendernote vor. Wir gewöhnlichen Leute habens gerne etwas kleiner. Ob mit oder ohne Krawatte. Danke!