Basler Kommentar
Das Felix-Platter-Spital soll stehen bleiben

Die Grüne Grossrätin und Co-Parteichefin Mirjam Ballmer findet, dass mit dem Abbruch des Felix-Platter-Spital viel Wert vernichtet würde.

Mirjam Ballmer
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Der Blick auf das Felix-Platter-Spital.

Der Blick auf das Felix-Platter-Spital.

bz Basellandschaftliche Zeitung

Der Basler Regierungsrat hat im März die neue Strategie für das Areal des Felix-Platter-Spitals genehmigt. Wie er in seiner Medienmitteilung schreibt, gibt er das Areal im Baurecht an Genossenschaften ab und unterstützt damit die Schaffung von erschwinglichem Wohnraum. Ebenfalls entschieden hat der Regierungsrat, dass er auf die Erhaltung der Gebäude verzichtet, um den Genossenschaften möglichst wenig einschränkende Rahmenbedingungen aufzuerlegen.

Der Entscheid zugunsten von Genossenschaften ist erfreulich, denn der Marktanteil des gemeinnützigen Wohnungsbaus geht in der Region zurück. Durch die Fördermassnahmen im neuen Wohnbaufördergesetz wurden bessere Voraussetzungen geschaffen und zurzeit stellen sich einige Genossenschaften neu auf, um innovative Projekte an die Hand zu nehmen. Basel hat ein grosses Interesse an genossenschaftlichem Wohnungsbau, denn diese Wohnbauträger können zur Entschärfung der angespannten Wohnsituation beitragen. Sie schaffen zwar nicht per se günstigen Wohnraum, doch Struktur und Zielsetzungen sind auf Gemeinnützigkeit und demokratische Mitbestimmung ausgerichtet. Es entsteht meist bezahlbarer Wohnraum mit hoher Lebensqualität.

Damit Wohnbaugenossenschaften funktionieren, brauchen sie Know-how, Bauland und Startkapital. Vor allem Bauland ist im Stadtgebiet aber schwer zu finden. Die Umnutzung des Felix-Platter-Areals bietet nun Platz für 500 genossenschaftliche Wohnungen und ist somit eine grosse Chance, mitten in der Stadt bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Mirjam Ballmer, Co-Chefin Grüne Basel-Stadt Mirjam Ballmer (32) politisiert seit 2007 im Grossen Rat und arbeitet bei Pro Natura als Projektleiterin Naturschutzpolitik.

Mirjam Ballmer, Co-Chefin Grüne Basel-Stadt Mirjam Ballmer (32) politisiert seit 2007 im Grossen Rat und arbeitet bei Pro Natura als Projektleiterin Naturschutzpolitik.

bz Basel

Es gibt gute Beispiele von Arealen und Gebäuden, die umgenutzt wurden und damit nachhaltig mit Bestand umgehen. So beispielsweise die «alte Mensa» in München. Das Gebäude wurde bei den Olympischen Spielen 1972 als Verpflegungszentrum der Sportler errichtet. Im Anschluss an die Spiele wurde es zu einem Studentenwohnheim umgenutzt. Oder auch die alten Getreidesilos in der Stadt Baar, die zu einem Minergie-Wohnhaus umgebaut wurden. In Basel gibt es bisher kein Beispiel eines grossen Gebäudes, das für eine Wohnnutzung erhalten wurde. Es gibt aber schon Erfahrungen bei der Umnutzung von Industriearealen, zum Beispiel auf dem Gundeldinger Feld oder auf dem Hanro-Areal in Liestal. Bei der Sanierung von Altbauten gibt es sogar ein schweizweites Pionierprojekt in Basel: Die beiden über 100-jährigen Mehrfamilienhäuser an der Feldbergstrasse wurden saniert und produzieren heute mehr Energie, als sie verbrauchen.

Mit dem Erhalt der Bausubstanz werden drei Ziele auf einmal erreicht: Der Wert bleibt erhalten, Ressourcen werden geschont und die Identität des Orts bleibt bestehen. Der Regierungsrat würde gut daran tun, den Abriss der Gebäude auf dem Felix-Platter-Areal nochmals zu überdenken.

Das Siegerprojekt «Hand in Hand» überzeugte die Jury, da der Neubau sich gut ins Quartier einfüge, einen effizienten Betrieb ermögliche und genügend Flexibiltät für die Zukunft bietet.
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Im markierten Bereich beginnen ab Mitte 2015 die eigentlichen Bauarbeiten. Zurzeit werden diese vorbereitet.
Der Informationsbereich im Felix Platter Neubau.
So sieht das Gesamtareal Mitte 2018 aus. Der alte Spitalbau und die beiden Schwesternhäuser bleiben bestehen.

Das Siegerprojekt «Hand in Hand» überzeugte die Jury, da der Neubau sich gut ins Quartier einfüge, einen effizienten Betrieb ermögliche und genügend Flexibiltät für die Zukunft bietet.

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