Naturschutzpreis
Dem Hype verfallen

Andreas Hirsbrunner
Andreas Hirsbrunner
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Die internationalen Schüler-Klimastreiks thematisieren einen Notstand und sind für viele zu einem letzten Hoffnungsfunken geworden. (Archiv)

Die internationalen Schüler-Klimastreiks thematisieren einen Notstand und sind für viele zu einem letzten Hoffnungsfunken geworden. (Archiv)

GEORGIOS KEFALAS

Jetzt ist also auch Pro Natura Baselland mit ihrer neusten Naturschutzpreis-Verleihung auf den Klima-Express aufgesprungen. Keine Frage: Die internationalen Schüler-Klimastreiks thematisieren einen Notstand und sind für viele zu einem letzten Hoffnungsfunken geworden, dass sich die Politik doch noch zu einem Klimaschutz durchringt, der diesen Namen verdient. Und keine Frage auch, viele Schüler meinen es ernst mit ihrem Engagement. Trotzdem ist ein riesiger Hype entstanden mit vielen Selbstprofilierern und Trittbrettfahrern wie etwa der FDP, die sich vor den Wahlen plötzlich einen hellgrünen Farbanstrich gibt.

Diesem Hype kann sich offensichtlich die Baselbieter Pro-Natura-Sektion nicht entziehen. Eine grundsätzlich glaubwürdige Organisation, die es weder nötig hat, im Kontext mit den Klimastreiks ihr Mäntelchen aufzugrünen, noch sich zu profilieren. Im Gegenteil: Mit der Preisvergabe an ein weitgehend anonymes Gebilde – Empfängerin ist «die Bewegung Klimastreik der Region Basel» – sägt Pro Natura Baselland am eigenen Profil. Denn mit der Verleihung des Naturschutzpreises hat die Organisation in den letzten 35 Jahren selbstlosen Schaffern für eine intakte Natur öffentliche Anerkennung beschert. Sie wies auf eine konkrete Leistung hin, die im kleinen Rahmen dem entspricht, was die Organisation auf kantonaler Ebene anpeilt. So etwa eine ökologischere Landwirtschaft, eine naturnahe Waldbewirtschaftung oder das Schaffen und Pflegen von Weihern, Hecken und Weiden.

Die Auszeichnungen mit ein bisschen Eigenwerbung waren ein Alleinstellungsmerkmal von Pro Natura auf regionaler Ebene. Diese hat die kantonale Naturschutzorganisation nun verlassen. Stattdessen singt sie in einem lauten, internationalen Chor mit, in dem ihre Stimme untergeht.