Persönlich
Der Bschiss mit dem alten U-Abo

Seit zwei Monaten «betrüge» ich die BVB, die BLT und die SBB. Aufgeflogen bin ich bis jetzt nicht.

Dimitri Hofer
Dimitri Hofer
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Seit zwei Monaten zeigt der Autor bei Kontrollen sein abgelaufenes U-Abo - bisher flog er damit noch nie auf. (Symbolbild)

Seit zwei Monaten zeigt der Autor bei Kontrollen sein abgelaufenes U-Abo - bisher flog er damit noch nie auf. (Symbolbild)

archiv/bz

Meine Dreistigkeit hat sich bislang ausbezahlt. Mittlerweile ist fast Ende Februar und ich fahre noch immer mit dem U-Abo vom vergangenen Jahr rum. Zwar wurde ich in den mehr als eineinhalb Monaten schon etwa zehn Mal kontrolliert. Keiner der Kondukteure in den verschiedensten Verkehrsmitteln hat aber festgestellt, dass das Billett abgelaufen ist.

Dass ich so lange mit einem abgelaufenen Billett rumfahren kann, schockiert mich. Dabei spielte es keine Rolle, ob der Schaffner alt oder jung, im Stress oder die Ruhe selbst, motiviert oder gelangweilt, Schweizer oder Ausländer war. Sie alle schauten mit einem flüchtigen Blick auf das Abonnement und dankten mir. Ich bedankte mich ebenfalls und war froh, wieder nicht aufgeflogen zu sein. So dürfe es ruhig noch eine Weile weitergehen, dachte ich mir jeweils.

Ich freue mich auf den Tag, an dem ein Kontrolleur meinen Bschiss bemerkt. Dann kann ich ihm nämlich eröffnen, dass er der Erste ist, der mir auf die Schliche gekommen ist. Und ihm damit den Tag versüssen. Er wird das berechtigte Gefühl haben, besser als seine Kollegen zu arbeiten. Vielleicht ist es ein Ansporn für ihn, nach Höherem zu streben.

Rechtliche Konsequenzen wird die Trickserei für mich keine haben. Denn natürlich fahre ich nicht wirklich schwarz durch die Region Basel. Schon an Silvester habe ich das neue Billett in der Plastikhülle unter das alte gelegt. Ich wollte mir einfach den Spass erlauben und schauen, wie lange es dauert, bis einer den Betrug aufdeckt. Dass es bis jetzt funktioniert hat, überrascht, amüsiert und schockiert mich gleichermassen.

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