Kommentar
Der Selbstzweck der Autonomen

Benjamin Rosch
Benjamin Rosch
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KEYSTONE/EPA DPA/STR

In den letzten Monaten sind in Basel Autonome stärker in Erscheinung getreten. Sie zündeten Autos an, veröffentlichten Adressen von Missliebigen und feierten sich dafür in Blogs, auf denen sie ihr Tun dokumentierten. Sie nennen sich Revolutionäre, Antiautoritäre oder Antifaschisten. Dabei sind sie nichts anderes als Extremisten.

Auf der Suche nach Inhalt frönen sie dem Selbstzweck, der sich darauf beschränkt, extrem zu sein. Das wird manchmal so offensichtlich, dass es beinahe schmerzt. Etwa, wenn sie ein Haus besetzen und dabei die Nachbarschaft terrorisieren, die auf den günstigen Wohnraum angewiesen ist. So wie dies bei der «Schwarzen Erle» der Fall war. Lächerlich auch die Demo, nachdem die «Schwarze Erle» geräumt worden war. Am Wochenende danach zieht eine Horde junger Menschen durch die Stadt und schmiert ewiggleiche Slogans an die Fassaden von Türken- und Inderlädeli. Diese Fragen verliefen sich so, wie es die Demonstranten taten, als sie an einem Strassenfest vorbeikamen.

Natürlich lässt sich ein grosser Teil dieser Inszenierung als pubertär und unwichtig abtun. Ein Teil davon ist es aber nicht. Denn zum einen erhält die institutionelle Politik die Verbindung zu diesem heterogenen Gebilde aufrecht. Beispielsweise, als die Basta rechtzeitig zur Räumung der «Schwarzen Erle» aufmarschierte, um sich dort mit den Worten «Wir sind von der Politik» als Hüter der Gerechtigkeit aufzuspielen. Zum anderen gleichen die Methoden der Extremen genau jenen, die sie so verabscheuen.

Aufrufe wie jener zum «Bottelon» (sic!) unweit des Wohnsitzes von Zielperson Baschi Dürr sind widerlich und nicht harmlos. Sie sind feige, denn jene, die dahinterstehen, sind vermummt und zeichnen im Kollektiv. Die Politik sollte jenen keine Stimme verleihen, die ohnehin keinen Diskurs wollen.