Kommentar
Die Bus-Infrastruktur ist nicht zeitgemäss

Basel braucht einen Busbahnhof - oder zumindest eine Lösung, wie das Chaos auf dem Centralbahnplatz gelöst wird. Der Kommentar zum Vorstoss von FDP-Grossrat Peter Bochsler.

Nicolas Drechsler
Nicolas Drechsler
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Sie sollen ein neues Zuhause über den Geleisen bekommen: Die Reisebusse am Basler Bahnhof SBB.

Sie sollen ein neues Zuhause über den Geleisen bekommen: Die Reisebusse am Basler Bahnhof SBB.

Kenneth Nars

Jedes Kaff in der Schweiz, von Saas-Fee bis Zürich, hat einen Busbahnhof. Basel hat keinen. Das ist an und für sich nicht schlimm und bis anhin ging das auch ganz gut. Die Situation mit den Bushaltestellen auf dem Centralbahnplatz ist in der Tat alles andere als optimal und der andauernde Stau bei den Reisecars auf dem Parkplatz an der Bahnhof-Südseite ist ärgerlich. Beides wäre aber noch nicht zwingend ein Grund, viel Geld in die Hand zu nehmen und einen neuen Busbahnhof zu bauen.

Aber das anziehende Geschäft mit den Linien-Fernbussen verlangt nach einem zentralen Ort, wo Passagiere zu- und aussteigen können. Hier sollte man sich nicht davon leiten lassen, ob diese Reiseform denn nun ökologisch und ökonomisch zu 100 Prozent dem Ideal entspricht. Fakt ist, es gibt sie und es ist nur eine Frage der Zeit, bis man auch von Basel aus mit dem Bus zu einem Bruchteil des Preises eines Bahnbilletts nach Hamburg, Mailand oder Berlin fahren kann. Insbesondere junge Menschen nutzen die günstigen Tarife, um an Orte zu kommen, die sie sich sonst nicht leisten könnten, oder um mehr Geld übrig zu haben, wenn sie das Ziel erreicht haben.

Es macht also Sinn, sich Gedanken darüber zu machen, wie man diese neue Art des Reisens am sinnvollsten gestaltet und ein zentraler Busbahnhof ist sicher eine gute Lösung. Ob dieser nun allerdings genau dort zu stehen kommen muss, wo sich die SBB erfolgreich gegen den Central Park zur Wehr gesetzt haben, ist eine andere Frage. Das soll die Planer aber unabhängig davon nicht dazu verleiten, die Bus-Situation am Centralbahnplatz weiterhin so chaotisch zu belassen, wie sie es derzeit ist.