Herzstück
Die hohen Kosten sind der Knackpunkt

Fürs Herzstück der Regio-S-Bahn legen die beiden Basel neue Pläne vor. Diese überzeugen inhaltlich: Sowohl die Altstadt als auch das aufstrebende Klybeck-Quartier sind Bestandteil der neuen Durchmesserlinie. Doch die Finanzierung bleibt ungewiss.

Hans-Martin Jermann
Hans-Martin Jermann
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Herzstück

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Mit dem gestern präsentierten Varianten-Entscheid befinden sich die beiden Basel – endlich – auf dem richtigen Weg: Fürs Herzstück haben die Planer eine Linie gefunden, die sowohl die Stadtmitte als etabliertes kommerzielles Zentrum als auch Basel-Nord als aufstrebendes Arbeitsplatz- und Wohngebiet einschliesst. Als kluger Schachzug könnte sich die Idee erweisen, die Margarethenbrücke zu einem vollwertigen dritten Zugang zum Bahnhof SBB aufzuwerten. Glaubhaft legen die Planer dar, dass eine Durchmesserlinie unabdingbar ist, um im öV zwischen Liestal und Lörrach, Laufen und dem Klybeck-Quartier oder zwischen Muttenz und dem Flughafen mehr als bloss kosmetische Zeitgewinne zu realisieren. Ohne Herzstück bleibt die S-Bahn Flickwerk. Damit würde das Gedeihen der Region gehemmt.

3,3 Milliarden-Forderung aus Basel

Allerdings: So ein sensationeller Coup ist die neue Variante nun auch nicht, als dass man nicht schon vor sechs oder sieben Jahren hätte darauf kommen können. Will die Region in den Genuss von Geldern aus dem Strategischen Entwicklungsprogramm (Step) 2030 des Bundes kommen, muss es nun im Eiltempo vorwärtsgehen. Im Step-Topf liegen je nach Entscheid 7 oder 12 Milliarden Franken. Da ist es unwahrscheinlich, dass Basel mit seiner 3,3 Milliarden schweren Forderung in vollem Ausmass durchdringt. In Gefahr ist nicht nur der Y-Ast Richtung St. Johann, sondern wegen der hohen Kosten auch das eigentliche Herzstück: 1,9 Milliarden kostet die mehrheitlich unterirdische Verbindung zwischen Bahnhof SBB und Badischem Bahnhof. Sie kann nicht teilweise oder in Etappen realisiert werden.

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