Lobbying
Die Region steht sich selber im Weg

Der Verteilkampf um Bundesgelder wird mit harten Bandagen geführt. Da reüssieren einzig jene Regionen, die geschlossen auftreten. Die beiden Basel aber stehen sich in Bern regelmässig selber im Weg.

Daniel Ballmer
Daniel Ballmer
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Für die meisten regionalen Parlamentarier ist unklar, welche Aufgaben Lobbyistin Muriel Brinkrolf hat.

Für die meisten regionalen Parlamentarier ist unklar, welche Aufgaben Lobbyistin Muriel Brinkrolf hat.

Manuel Zingg

Die verpasste Abstimmung über die erhoffte Aufstockung der Grenzwache in der Nordwestschweiz ist nur das letzte von vielen Beispielen, wie die Region Basel sich in Bundesbern selbst im Weg steht. Um die Schlagkraft der Region zu erhöhen, hat Basel-Stadt 2012 eigens eine Lobbyistin nach Bern beordert. Kostenpunkt für die Interessenvertretung: 200'000 Franken im Jahr. Das Geld sollte gut angelegt sein, winken doch Bundessubventionen von vielen Millionen. Bis heute ist vom erhofften Erfolg allerdings wenig zu spüren.

Und erneut müssen sich die Vertreter der Region an die eigene Nase fassen. Einmal mehr mangelt es an Zusammenarbeit und Koordination. So scheinen einerseits die Parlamentarier wenig Interesse daran zu haben, mit der Basler Lobbyistin zusammenzuarbeiten.

Das hat aber auch seinen Grund: Denn auf der anderen Seite haben es die Basler Behörden schlicht verpasst, den Politikern aufzuzeigen, welches die konkreten Aufgaben der Interessenvertreterin sind und wie sie von ihr profitieren könnten. Und zu guter Letzt verkriecht sich die Lobbyistin selber allzu oft in ihr Schneckenhaus und geht ebenfalls nicht auf die Parlamentarier zu.

Unter dem Strich weiss die linke Hand nicht, was die rechte tut. So aber kann die Basler Interessenvertretung nicht funktionieren. So kommt die Region beim Ringen um Subventionen nie auf einen grünen Zweig. Der Konkurrenz aus den anderen Regionen kann das nur recht sein.