Guy Morin
Die Spötter sind nun in der Pflicht

Kritiker von Guy Morin können nur kurz aufatmen. Denn an ihnen ist es nun, eine Nachfolge zu präsentieren, die all das besser macht als er. Es könnte sich zeigen, dass das gar nicht so einfach wird.

Nicolas Drechsler
Nicolas Drechsler
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Schwungvoll im Amt: Regierungspräsident Guy Morin schreitet in Begleitung von Regierungsrätin Eva Herzog und Rats- und Standesweibel Roland Schaad in den Grossratsaal im Basler Rathaus.

Schwungvoll im Amt: Regierungspräsident Guy Morin schreitet in Begleitung von Regierungsrätin Eva Herzog und Rats- und Standesweibel Roland Schaad in den Grossratsaal im Basler Rathaus.

KEYSTONE

Guy Morin war der erste Regierungspräsident des Kantons Basel-Stadt. Was bleibt nach seiner Amtszeit? Eines ist sicher, er hat das Präsidialdepartement in den Köpfen etabliert, ein Leistungsausweis, den er sich auch selbst ausstellt. Bei aller Kritik an dem Departement ist klar, es wird uns die nächsten Jahre erhalten bleiben.

Auch wenn es sich in vielen Punkten genau zu dem entwickelt hat, was seine Gegner befürchtet hatten: Es ist gross geworden. Sehr gross. Es ist ein Konglomerat vieler Amtsstellen, die teilweise von Alphatieren als kleine Königreiche geführt werden. In keinem anderen Departement gibt es so viele «akademische Mitarbeiter» «Fachstellen» und «Koordinationsstellen» wie hier. Das führt dazu, dass viel konzeptionelle Arbeit geleistet wird, deren Nutzen sich nicht immer erschliesst. Und doch, es ist sinnvoll, die übergreifenden Aufgaben an einem Ort zu konzentrieren.

Der wahre Verdienst Guy Morins liegt aber in seiner Arbeit nach aussen. Basel ist wahrnehmbarer geworden, seit es ein Gesicht hat und nicht mehr sieben. Eine Stadt wie Basel verdient es, einen Bürgermeister, einen Stapi zu haben. Und wenn der halt Regierungspräsident heisst, weil er noch zwei Dörfer mitvertritt, dann sei es eben so. Jene, die fanden, Morin habe Basel schlecht vertreten, oder sich über seine persönlichen Eigenheiten oder seinen Keidungsstil mokierten, können nun kurz aufatmen. Aber nur kurz. Denn an ihnen ist es nun, eine Nachfolge zu präsentieren, die all das besser macht als Guy Morin. Es könnte sich zeigen, dass das gar nicht so einfach wird.

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