Präsidentschaftswahl Reinach
Die Weichen sind jetzt gestellt

Michel Ecklin
Michel Ecklin
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Beatrix von Sury und Melchior Buchs vor den Wahlen. Das Rennen entschied der Bürgerliche Melchior Buchs gestern für sich.

Beatrix von Sury und Melchior Buchs vor den Wahlen. Das Rennen entschied der Bürgerliche Melchior Buchs gestern für sich.

Martin Toengi

Wirklich entscheidend war die gestrige Präsidentschaftswahl in Reinach nicht. Zu ähnlich waren sich die beiden Kandidaten, zu sehr standen sie für überparteilichen Konsens. Doch wenigstens ist nach dem Rücktritt von Gemeindepräsident Urs Hintermann die Ausgangslage für die Zukunft klar: Die SVP, die treibende Kraft in der Asylheimaffäre, bleibt in der Opposition, das weiss man schon seit letztem Herbst; die SP ist nach internen Streitigkeiten und dem Verzicht auf einen Gemeinderatssitz und dem Präsidium geschwächt; von einem «System Hintermann», falls es jemals eines gegeben hat, kann man nicht mehr sprechen; und mit Buchs ist einer am Ruder, der zumindest behauptet, frischen Wind zu bringen.

Bewähren muss sich diese neue Konstellation, wenn endlich die Details zur Asylheimaffäre an die Öffentlichkeit kommen. Wenn das nicht gerade haarsträubend ist, wird das politische Reinach zur Tagesordnung zurückkehren. Schlimmstenfalls kann man die Schuld abschieben auf Personal, das nicht mehr da ist, nämlich Hintermann und den Leiter Soziales und Gesundheit.

Denn man darf nicht vergessen: Das Bedürfnis nach Harmonie ist in Reinach auffallend gross. Die aggressiven Vorwürfe der «Basler Zeitung» nimmt die grosse Mehrheit mit Befremden zur Kenntnis. Es spricht also viel dafür, dass bald Ruhe in die Lokalpolitik einkehrt. Wenn man sich in der Gemeinde umhört, ist es genau das, was sich alle wünschen.