Gesundheit
Dieses Bild zeigt meinen Stresspegel – und du wirst nie erraten, was sich dahinter verbirgt

Es mutet an wie Aura-Fotografie, basiert aber auf Körperdaten: Die Stresstestaufnahme der Firma Cigna, die ihre neuartige Stresstestmaschine internationalen Konzernen mit Sitz in der Schweiz anbietet. Dahinter steckt viel Kalkül – und alles andere als eine esoterische Sekte.

Andreas Schwald
Andreas Schwald
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In Flammen: Das Stresstest-Bild des Autors.

In Flammen: Das Stresstest-Bild des Autors.

Cigna

Das Resultat ist rot. Ich sitze im Sessel, auf der Stirn ein Sensor für Hirnströme, die Finger ruhen auf einem Galvanik-Instrument zur Haut-Analyse. Was das Gerät aus den Daten macht, sieht aus wie esoterische Aura-Sichtung, visualisiert aber angeblich den Stresspegel.

Grün- und Blautöne auf ruhigem Hintergrund weisen auf Entspannung hin. Je roter und unruhiger, desto schlimmer.

Mein Bild steht in Flammen. Tiefenentspannt ist anders.

Das Gerät hat die Firma Cigna am Donnerstag im «Trois Rois» Basler Konzernen präsentiert. Es dient nicht medizinischen Zwecken , sondern der «Awareness». Denn laut Cigna fühlen sich über 80 Prozent der Arbeitnehmer sehr gestresst (kürzlich verkündete die Gewerkschaft VPOD, dass es 67 Prozent ihrer Mitglieder ebenso geht).

Cigna möchte nun das Gerät in Firmen vorführen, damit deren Mitarbeiter ihren Stress erkennen. Und handeln. Am besten natürlich über ein Programm, das Cigna ebenfalls anbietet. Denn das Kerngeschäft der Firma ist der Verkauf von Versicherungen. An Expats.

Mein rotes Bild jedenfalls erfüllt seinen Zweck. Es fährt ein. Wie die sofortige Erkenntnis: Für mehr Grün- und Blautöne bräuchte ich zuerst wohl keine Versicherung. Sondern einen neuen, multinational orientierten Job.

In Flammen: Das Stresstest-Bild des Autors.

In Flammen: Das Stresstest-Bild des Autors.

Cigna