Kleinbasel
Ein Besuch in der Apotheke erfordert starke Nerven

Der Gang zur Apotheke ist meist kein besonderes Vergnügen. Besonders wenn die Bedienung wie im Kleinbasel ausfällt.

Michel Ecklin
Michel Ecklin
Merken
Drucken
Teilen
Widersprüchliche Informationen und teure Beratung: Die Bedienung in vielen Apotheken lässt zu wünschen übrig. (Symbolbild)

Widersprüchliche Informationen und teure Beratung: Die Bedienung in vielen Apotheken lässt zu wünschen übrig. (Symbolbild)

Keystone

Leider bin ich mit meinen 44 Jahren nicht mehr ganz so gesund wie auch schon. Darum bin ich oft in den Apotheken bei mir im Kleinbasel. Um es gleich vorwegzunehmen: Empfehlen kann ich keine.

So wollte ich neulich Antiheuschnupfentabletten kaufen, die ich schon lange verwende. Die Frage der Apothekerin, ob ich Beratung brauche, verneinte ich. Trotzdem erklärte sie mir, wie man eine simple Kartonschachtel öffnet. Ich fühlte mich wie ein Kind und entdeckte daheim auf der Quittung eine Beratungspauschale von 4 Franken 30.

Logisch, dass ich beim nächsten Mal ein anderes Geschäft aussuchte. Dort zeigte ich die leere Verpackung eines früher von einem Arzt verschriebenen Medikaments und fragte, ob es rezeptpflichtig sei. Nach emsigem Tippen im Computer lautete die Antwort: Nein. Ich kaufte es. Als mein Arzt das erfuhr, schimpfte er. Das Medikament enthalte nämlich einen Wirkstoff, der es rezeptpflichtig mache.

Hundert Meter weiter pries die Apothekerin den «neuartigen» Wirkstoff eines Nasensprays an. Auf meine Frage, wie viel es koste, kam ein weinerliches «das müsste ich jetzt aber nachschauen». An der Kasse wusste sie den Preis dann plötzlich – Fr. 22.50 für einen simplen Meersalzspray, den es bei Migros deutlich günstiger gibt.

Was ich von meinen Kleinbasler Apotheken-Abenteuern lerne: Wenigstens einen Grund habe ich, mich aufs Alter zu freuen. Bin ich nämlich eines Tages wegen ernsthafter Gebrechen ein wirklich guter Apothekenkunde, dann werde ich – hoffentlich – anständig bedient.