Kommentar
Ein Lob dem mutigen Metzger

Die öffentliche Metzgete in Sissach bot kein Blutbad, sondern Einblick in ein respektvolles Handwerk.

David Sieber
David Sieber
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Da leben sie noch, die beiden Schweine.
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Am rechten Hinterbein des Schweins wurde ein Strick befestigt.
Mithilfe von Feuer werden die restlichen Borstenhaare entfernt.
 Besucher verfolgen die Hausmetzgete am Samstag, den 28. Oktober 2017, in Sissach. Die Metzgerei Haerin zeigt in einem Hinterhof an zwei Schweinen die Hausmetzgete wie sie frueher Tradition war.
 Der Tierarzt untersucht die Innereien des geschlachteten Schweins, am Samstag, den 28. Oktober 2017, in Sissach. Die Metzgerei Haerin zeigt in einem Hinterhof an zwei Schweinen die Hausmetzgete wie sie frueher Tradition war.
Metzgete in Sissach
 Die Metzgerei Haering zeigt in einem Hinterhof an zwei Schweinen die Hausmetzgete wie sie frueher Tradition war, am Samstag, den 28. Oktober 2017, in Sissach.
 Besucher verfolgen die Hausmetzgete, am Samstag, den 28. Oktober 2017, in Sissach. Die Metzgerei Haerin zeigt in einem Hinterhof an zwei Schweinen die Hausmetzgete wie sie frueher Tradition war.
 Besucher verfolgen die Hausmetzgete am Samstag, den 28. Oktober 2017, in Sissach. Die Metzgerei Haering zeigt in einem Hinterhof an zwei Schweinen die Hausmetzgete wie sie frueher Tradition war.
 Die Metzgerei Haering zeigt in einem Hinterhof an zwei Schweinen die Hausmetzgete, wie sie frueher Tradition war, am Samstag, den 28. Oktober 2017 in Sissach.
 Besucher verfolgen die Hausmetzgete, am Samstag, den 28. Oktober 2017, in Sissach. Die Metzgerei Haering zeigt in einem Hinterhof an zwei Schweinen die Hausmetzgete wie sie frueher Tradition war.
 Besucher verfolgen die Hausmetzgete am Samstag, den 28. Oktober 2017, in Sissach. Die Metzgerei Haering zeigt in einem Hinterhof an zwei Schweinen die Hausmetzgete wie sie frueher Tradition war.
 Die Metzgerei Haering zeigt in einem Hinterhof an zwei Schweinen die Hausmetzgete, wie sie frueher Tradition war, am Samstag, den 28. Oktober 2017, in Sissach.
 Der Fleischwolf steht zur Schlachtung bereit, am Samstag, den 28. Oktober 2017, in Sissach. Die Metzgerei Haerin zeigt in einem Hinterhof an zwei Schweinen die Hausmetzgete wie sie frueher Tradition war.
 Besucher verfolgen die Hausmetzgete, am Samstag, den 28. Oktober 2017, in Sissach. Die Metzgerei Haerin zeigt in einem Hinterhof an zwei Schweinen die Hausmetzgete wie sie frueher Tradition war.
 Besucher verfolgen die Hausmetzgete am Samstag, den 28. Oktober 2017, in Sissach. Die Metzgerei Haerin zeigt in einem Hinterhof an zwei Schweinen die Hausmetzgete wie sie frueher Tradition war.

Da leben sie noch, die beiden Schweine.

Keystone

Was war das für ein Geschrei und Gequieke im Vorfeld. Die geplante Schlachtung von zwei Schweinen in Sissach hat es weit über die Landesgrenzen hinaus zu Schlagzeilen gebracht. Tierschützer empörten sich. Ein Pfarrer kündigte eine Selbstgeisselung an, die er heute vollziehen will. Nur einer blieb ruhig, hielt trotz Drohungen an seinem minutiös geplanten Vorhaben fest: Metzger Rolf Häring. Und er hatte recht. Was die Zuschauerinnen und Zuschauer geboten bekamen, war keine öffentliche Hinrichtung, kein Blutbad, keine Tierquälerei. Sondern einen Einblick in ein Handwerk, das Sorgfalt und Respekt vor dem Tier voraussetzt.

Die Diskussion, die der mutige Metzger ausgelöst hat, könnte sich als heilsam herausstellen. Wenn sich nur schon wenige Konsumentinnen und Konsumenten künftig nicht nur für das Preisschild, sondern auch für das Tierwohl interessieren, hat sich der Unterricht am lebenden Objekt (oder Subjekt) gelohnt. Ganz nebenbei ist Fleisch von Tieren, die artgerecht gehalten wurden und ihren letzten Gang ohne Stress antreten durften, hochwertiger und wesentlich schmackhafter. Die Lehre von Sissach: Esst weniger Fleisch, dafür bewusster.

Und wem Metzger Häring die Augen noch nicht geöffnet hat, der soll sich für eine Führung durch ein Schlachthaus anmelden. So gut organisiert die industrielle Tötung und so streng die Vorschriften auch sind, es ist kein Ort, an dem die von weit her gekarrten Tiere ahnungslos ihrem Schicksal entgegensehen. Das sollten wir Karnivoren nie vergessen.