Baselwords
Ein Prosit, ein Prosit, der Po-li-tik!

Roger Thiriet
Roger Thiriet
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Einige Parlamentarier schauten am vergangenen Mittwoch etwas zu tief ins Glas.

Einige Parlamentarier schauten am vergangenen Mittwoch etwas zu tief ins Glas.

Tout Bâle vergnügte sich vergangene Woche im neuen Foyer der St. Jakobs-Halle. Und im alten Vorzimmer des Grossratssaals.

Dabei mag der aufgehübschte Eingangsbereich der Swiss Indoors dazu beigetragen haben, dass die Anziehungskraft der Food-Meile womöglich noch grösser war als in den vergangenen Jahren. Da musste sich SI-Präsident Roger Brennwald mehrfach über die Tatsache beklagen, dass die Publikumstribünen ausser bei Federer-Partien nur lückenhaft besetzt sind, während gleichzeitig die Druggedde im Foyer morgenstreichartige Dimensionen annimmt und die VIP Arm in Arm und mit dem Cüpli in der Hand durchs Tennisdorf schwanken.

Medienberichten zufolge hat dieser Trend vergangenen Mittwoch auch das Basler Kantonsparlament erreicht. Da musste sich GR-Präsident Joël Thüring mehrfach über die Tatsache beklagen, dass das Plenum ausserhalb des Taggeldaufrufs nur lückenhaft besetzt war, während gleichzeitig das Bechern im Vorzimmer muttenzerkurvenähnliche Dimensionen annahm und die Parlamentarier Arm in Arm und mit der Bierbüchse in der Hand zum Abstimmungsknopf schwankten.

Sozialwissenschaftlern zufolge ist diese Entwicklung im grösseren Zusammenhang mit dem Niedergang der muba und damit dem Verschwinden der Degustationsabteilung zu sehen, wo in den goldenen Mustermesse-Zeiten die Druggedde nach Messeschluss morgenstreichähnliche Dimensionen annahm und nicht nur Politiker und Tennisfans Arm in Arm und mit dem Eiercognacglas in der Hand zum Urinoir schwankten. Die dort verloren gegangenen sozialen Kontakte müssen - Brennwald hin, Thüring her - nun halt andernorts gepflegt werden.

Dass sich während der letzten Verwaltungsratstreffen der IWB mehr Grossräte im Vorzimmer aufgehalten haben als im Sitzungsraum hat allerdings andere Gründe.