Rot-Grün
Entscheidung gegen das Entscheiden

SP, Grüne und Basta stellen bei den Regierungsratswahlen gemeinsam fünf Kandidierende. Sie wollen den Sitz des zurückgetretenen Regierungspräsidenten Guy Morin (Grüne) wieder besetzen und greifen gleichzeitig den freiwerdenden Sitz von Christoph Eymann (LDP) an. «Machtgier!», kritisiert die LDP. Ist es das?

Noemi Landolt
Noemi Landolt
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Fakt ist, im Grossen Rat haben die drei Parteien derzeit 46 Prozent der Stimmen – im Regierungsrat vier von sieben Sitzen. Mit fünf von sieben Sitzen wären sie in der Regierung stark übervertreten und könnten die Bürgerlichen in Zukunft locker überstimmen. Diese fünf Sitze – und genauso die Mehrheit in der Regierung – müssen sich SP, Basta und Grüne zuerst sichern. Ob ihnen das Eine oder Andere gelingt, ist einzig davon abhängig, ob ihre Kandidatinnen und Kandidaten das Basler Stimmvolk überzeugen.

Ob das Fünfer-Ticket der richtige Weg ans Ziel ist, ist fraglich. Es provoziert. Es kann als Machtdemonstration angesehen werden oder überheblich wirken. Diesen Beigeschmack hatte auch die gestrige Medienkonferenz: Dass sie mit fünf Kandidierenden antreten, war die einzige neue Nachricht.

Das Fünfer-Ticket zeigt aber noch etwas: Die linken Parteien haben sich nicht entschieden. Sie haben sich nicht für oder gegen einen Kandidaten von den Grünen oder Basta entschieden. Beide Parteien stellen einen Kandidaten. Die Linken geben damit die Aufgabe an das Basler Stimmvolk weiter. Die Baslerinnen und Basler werden im ersten Wahlgang entscheiden, wer aus dem Rennen um einen Sitz im Regierungsrat ausscheidet.

Eine Entscheidung bleibt trotzdem noch übrig: Die Parteien müssen sich einig werden, wer für das Amt des Regierungspräsidenten kandidiert – denn auch diese Frage blieb gestern offen.

noemi.landolt@azmedien.ch

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