Persönlich
Erfolg schliesst Fussballromantik nicht aus

Die FCB-Fans wollen lieber Fussballromantik als Erfolg. Leicester City zeigt, dass beides geht.

Céline Feller
Céline Feller
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Die Fans des FC Basel wollen Fussballromantik statt Erfolg - sie könnten aber auch beides haben.

Die Fans des FC Basel wollen Fussballromantik statt Erfolg - sie könnten aber auch beides haben.

KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Lieber mit 11 Baslern auf dem Platz absteigen, als mit 11 Zürchern die Champions League gewinnen – so denken viele Fans des FC Basel. Für sie ist der Verein – so romantisch dies klingen mag – ihr Ein und Alles, ihr Lebensmittelpunkt, ihr Daheim. Die Möglichkeit der Identifizierung mit ihrem Verein ist ihnen auch deshalb so wichtig und vor allem viel wichtiger als irgendein Erfolg.

Kritisch beäugen sie deshalb die momentane Entwicklung des FCB: weniger Lokalkolorit, dafür eine zunehmende Kommerzialisierung. Verpflichtungen von Reizfiguren wie Renato Steffen machen es nicht gerade besser.

Ich kann diese Haltung verstehen. Denn ich bin auch eine hoffnungslose Fussballromantikerin. Dass Geschichten wie jene von Leicester City im heutigen Fussball noch geschrieben werden, sind für mich die wahren Highlights dieses Sports, den ich so liebe. Ich kann mir nicht vorstellen, wie sich die langjährigen Leicester-Fans gerade fühlen müssen. Oder doch? Ganz Fussballeuropa bewundert den kleinen Verein, der die vermeintlich Grossen momentan zum Verzweifeln und jeden Fussballliebhaber zum Schwärmen bringt. Genau so, wie dies der FC Basel auf europäischer Bühne immer wieder tut. Gegen Manchester United, gegen Chelsea, gegen Liverpool.

Klar, es waren nicht immer nur Basler auf dem Platz. Das ist utopisch. Aber ganz ehrlich, liebe Fussballromantiker: Würdet ihr solche Märchen wirklich lieber ungeschehen machen, und stattdessen sang- und klanglos absteigen? Nein? Eben.

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