Architekturmuseum
Es ist nur eine Rettung auf Zeit

Mathias Balzer
Mathias Balzer
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Das Architekturmuseum ist gerettet – vorerst.

Das Architekturmuseum ist gerettet – vorerst.

Roland Schmid

Gäbe es das Schweizer Architekturmuseum nicht, müsste es subito erfunden werden. Ein grosses Haus, natürlich von feinster Architektur. Das wär das Mindeste für ein Land, dessen Baukultur weltweit Beachtung findet. Für ein Land, dessen Architektinnen und Architekten zu den einflussreichsten ihrer Zeit gehören. Das Bundesamt für Kultur sieht das nicht so.

Es hat seine Beiträge für das Museum in Basel gestrichen. Ersatzlos. Über die Kriterien, die zu diesem Entscheid führten, ist müssig zu streiten. Sie können geändert werden. In vier Jahren steht die nächste Vergaberunde an. Darauf verlässt sich die Leitung des Hauses klugerweise nicht. Sie geht in die Offensive, plant publikumsnahe Ausstellungen, stockt das Management auf, spannt Kommunikationsdrähte in die Politik und Wirtschaft. Eine grosszügige Spende rettet das Museum vor dem Aus und über die nächsten vier Jahre. Was gefährlich ist: Denn das Geschenk ist keine Rettung, sondern nur der Aufschub der Schliessung.

Mit einem gut dotierten Kompetenzzentrum für Architektur könnte Basel doppelt gewinnen. Zum einen wird Städtebau uns weiterhin beschäftigen. Die Stadt wächst. Das wird die Planer, die Bevölkerung und die Investoren fordern. Da ist es klug, eine Institution zu pflegen, die den architektonischen Diskurs einer breiten Öffentlichkeit verständlich macht. Zum anderen ist gute Architektur ein Tourismusmagnet.

Architekturstadt Basel: Das wäre ein Label, auf das sich zu setzen lohnt. Die Stadt hat das Geld dazu. Es wäre eine kluge Investition.