Baselwords
Frère Alois und die Basler Boscht

Roger Thiriet
Roger Thiriet
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«D Boscht goht ab»: So sieht 2018 die offizielle Blaggedde des Comités aus.

«D Boscht goht ab»: So sieht 2018 die offizielle Blaggedde des Comités aus.

bz

Tout Bâle verabschiedete sich vergangene Woche von den Taizé-Gläubigen. Und begrüsste die Comité-Jünger.

Denn siehe, letztere verkündigen ab heute in der Innerstadt mit helltönenden «Blaggedde!»-Rufen das Evangelium der Fasnacht 2018, welches da lautet «D Boscht goht ab». Und trotz Verdachts auf verdeckte fasnachtsseelsorgerliche Missionierung dürfen sie dies sogar ohne Bewilligung von Baschi Dürrs Justiz- und Polizeidepartement.

Die diesjährige Fasnachtsbrosche thematisiert ja die geplante Schliessung der Basler Hauptpost aufgrund rückgängiger Frequenzen, wogegen tout Bâle bekanntlich empört protestiert hat. Religionsexperten sehen hier Parallelen zu den Landeskirchen, die ja auch immer weniger Zulauf haben, aber jedes Mal in die Pfanne gehauen werden, wenn sie ein überflüssig gewordenes Gotteshaus schliessen wollen.

Dabei bleibt den Kirchenfürsten immerhin der Trost, dass ihr Kerngeschäft von Parallelbewegungen in Kongress- und Sporthallen weiterbetrieben wird. Und zwar dermassen wirkungsmächtig, dass der Drämmlisturm von 20'000 Taizé-Brüdern und -Schwestern den Neujahrsvorsatz der BVB, im Jahr 2018 das Schlusslicht in der öV-Pünktlichkeitsrangliste abzugeben, schon an dessen erstem Tag zur Makulatur gemacht hat.

Nähme sich die POST ein Beispiel am Geschäftsmodell von Frère Alois & Co., würde sie nicht nur in die Rücksendung von Amazon-Paketen diversifizieren, sondern auch dem rückläufigen Briefpostversand neue Märkte öffnen. Zum Beispiel, indem sie dafür sorgt, dass die Vorstösse, mit welchen Basler Grossräte die Regierung jedes Jahr lawinengleich zudecken, nicht mehr per Weibel zur Staatskanzlei befördert werden. Sondern per A-Post.