Kommentar
Friede, Freude, Pustekuchen

David Sieber
David Sieber
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An der nächsten Grossrats-Sitzung wird es für Hans-Peter Wessels ungemütlich.

An der nächsten Grossrats-Sitzung wird es für Hans-Peter Wessels ungemütlich.

Nicole Nars-Zimmer niz

Seit heute ist Hans-Peter Wessels noch ein bisschen mehr schuld. Er räumte an einer Pressekonferenz ein, bei der BVB um die Millionenzahlung ans Elsass «ersucht» zu haben. Und er übernahm die Verantwortung dafür, dass die BVB-Spitze den regierungsrätlichen Auftrag, jährlich um eine Million Franken effizienter zu werden, eigenmächtig auf fünf Millionen pro Jahr aufgestockt hat. Die Folgen: eine verunsicherte Belegschaft und ein entsprechendes Betriebsklima.

Doch jetzt ist alles gut. Das Effizienzprogramm der BVB wird zurückgestutzt und die versprochene Million bezahlt der Betrieb auch gleich. Das müsse auch so sein, weil von Anfang an klar, ein Nachtragskredit deshalb unnötig und reine Spiegelfechterei, sagte Wessels. Das sei immer so geplant gewesen, ergänzte der interimistische BVB-Verwaltungsratspräsident Kurt Altermatt. Und wenn es zwischenzeitlich mal nicht klar gewesen sein sollte, dann hat die jeweilige frühere Führung geschlampt. Zudem habe die Geschäftsprüfungskommission nicht sauber gearbeitet. Das findet jedenfalls Verwaltungsrätin Mirjam Ballmer. Und Wessels auch.

So kann man sich natürlich auch aus der Affäre ziehen. Selbst wenn formaljuristisch tatsächlich wenig Spielraum für Kritik zu bleiben scheint, sind die Fragen nicht weniger geworden. Von Mal zu Mal verfeinert Wessels seine Version der Ereignisse. Diesmal mit Schützenhilfe der neuen BVB-Spitze, die sich eigentlich gerne ohne Aufpasser erklärt hätte, aber zurückgepfiffen wurde.

Doch damit ist die Geschichte nicht ausgestanden. Gerade weil der Grosse Rat der Möglichkeit beraubt wurde, die Million politisch zu legitimieren, wird es an der Sitzung von nächstem Mittwoch und darüber hinaus für Wessels sehr ungemütlich. Nicht nur die Bürgerlichen, auch seine Sozialdemokraten sind nachhaltig verstimmt. Er wird es künftig noch schwerer haben, die Vorlagen seines Departements durchzubringen. Im Parlament wie vor dem Volk.