Mein Leben im Dreiland
Für 260 Franken in Museum

Peter Schenk über den Museums-Pass-Musées.

Peter Schenk
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Mit dem Museumspass kann man in der Schweiz, in Deutschland und in Frankreich in 320 Museen.

Mit dem Museumspass kann man in der Schweiz, in Deutschland und in Frankreich in 320 Museen.

az/san/key

Ich bin ein grosser Fan des Museums-Pass-Musées, der in Frankreich, Deutschland und der Schweiz den Eintritt in mittlerweile 320 Museen ermöglicht. Im letzten Jahr dürfte ich meinen persönlichen Rekord aufgestellt haben: 14 Mal bin ich ins Museum gegangen. Die Fondation Beyeler wird mit sechs Mal eng gefolgt vom Basler Kunstmuseum mit fünf Besuchen, wo mich vor allem die Jackson Pollock-Ausstellung fasziniert hat.

Die 14 Eintritte, ich war auch zweimal in Strassburg und einmal im Kunstmuseum Bern, hätten mich ohne Pass über 260 Franken gekostet, habe ich ausgerechnet. Ich führe natürlich kein Tagebuch über meine Museumsbesuche. Ich weiss das so genau, weil die Geschäftsstelle des Passes mit meiner Registrierung nach dem Kauf ein Kundenprofil erstellt. Die Besuche werden seit 2014 elektronisch erfasst. Die eigenen Daten kann man einsehen. Dafür braucht es ein Einschreiben mit amtlicher Ausweiskopie wie ich den Allgemeinen Geschäftsbedingungen entnommen habe.

Ich habe mir die Arbeit gemacht – übrigens als Erster, wie mir Geschäftsführer Gilles Meyer erzählt – und ebenfalls per Einschreiben eine fein säuberliche Auflistung mit den Daten meiner Museumsbesuche erhalten. Ich fand das noch spannend. Gestresst hat es mich nicht, zumal mir Meyer glaubwürdig versichert hat, dass die Geschäftsstelle die Daten nur für die Abrechnung mit den Museen benutzt.

Ein bisschen merkwürdig fand ich, dass ich am 10. Juli 2016 drei Mal im Kunstmuseum gewesen sein soll. Zurückzuführen ist das darauf, dass ich mehrmals meinen Pass zeigen musste. Ich kann mich noch dran erinnern, dass ich mich gefragt habe, ob das Museum nun dreimal Eintritt für mich erhält. Das stimmt natürlich nicht, hat Meyer mich aufgeklärt. Abgerechnet werde pro Tag und Pass nur ein Eintritt.

Eine kleine Museumskrise muss ich zwischen dem 29. März 2016 und dem 10. Juli 2016 gehabt haben – über drei Monate keinen Eintritt. Vielleicht war da so schönes Wetter? Gekauft habe ich den letzten Pass beim Besuch des Strassburger Museums für Moderne Kunst am 7. März 2017. Obwohl der Europreis im Sommer 2015 von 89 auf 98 Euro erhöht wurde, lassen sich im Euroland 20 Franken sparen, denn in der Schweiz kostet der Pass 128 Franken. Eine Preiserhöhung gab es dort nicht.

Am 19. Februar 2015 habe ich meinen Pass im Freiburger Augustinermuseum erworben, damals war er noch billiger, auch das erfahre ich. Ich habe mich danach mit einem Freund zum Café getroffen, fällt mir wieder ein. Am 4. März 2016 war ich auf einer Medienkonferenz im Colmarer Unterlindenmuseum und habe danach den Pass gekauft.

Verkauft wurden im letzten Jahr knapp 45 000 Pässe, rund jeder Vierte davon in der Schweiz. Die genauen Zahlen liegen noch nicht vor. Eine grosse Steigerung gab es mit 450 000 bei den Eintritten mit Pass in einem Jahr. Das ergibt einen Durchschnitt von zehn pro Pass. Das ist Rekord. Ich habe das erst gar nicht realisiert, aber mit meinen 14 Museumsbesuchen im Jahr liege ich sogar weit darüber. Es lebe also das Kundenprofil, auch wenn ich wegen der Einschreiben, zum Aufgeben und Abholen, zweimal auf die Post musste. So tue ich auch was für den Erhalt der Poststellen.