Sportrandale
Handeln mit Augenmass

Die Ausschreitungen nach dem sonntäglichen FCB-Spiel sind in aller Deutlichkeit zu verurteilen. Und für die Behörden ist die Schuldfrage klar verteilt: Hooligans aus der Muttenzerkurve waren die aggressiven Täter, die unschuldigen Polizisten sind die Opfer. Punkt. Nicht alle sehen das in dieser Absolutheit.

Daniel Ballmer
Daniel Ballmer
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Nach dem Heimspiel des FC Basel gegen den FC Zürich vom 10. April kam es vor dem Stadion zu Ausschreitungen. Auf der Bildfolge ist zu sehen, wie ein "Fan" einen Polizisten von hinten zu Boden tritt.

Nach dem Heimspiel des FC Basel gegen den FC Zürich vom 10. April kam es vor dem Stadion zu Ausschreitungen. Auf der Bildfolge ist zu sehen, wie ein "Fan" einen Polizisten von hinten zu Boden tritt.

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Ansonsten aber zeigten sich der Basler Sicherheitsdirektor Baschi Dürr und sein Baselbieter Kollege Isaac Reber wohltuend selbstkritisch. Freimütig räumten sie Versäumnisse der Vergangenheit ein. So liege es auch an der Politik, dass auf der Plattform vor der FCB-Fankurve überhaupt ein «rechtsfreier Raum» entstehen konnte, in welchen sich Polizisten kaum mehr trauen würden. Zu lange habe man das Treiben toleriert, gestand Dürr.

Das muss sich ändern. Und zwar rasch. Kann die Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden, besteht dringender Handlungsbedarf. Es ist eine der grundlegenden Aufgaben des Staates, für
die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen. Gemeinsam mit dem FCB tun die Behörden nun aber gut daran, Augenmass zu wahren und nicht in Aktivismus zu verfallen. Es braucht keine überhasteten Beschlüsse, nur damit etwas beschlossen ist.

Es braucht nun wohlüberlegte Massnahmen, die von möglichst allen Seiten mitgetragen werden und die auf dem «Basler Modell» der Fanarbeit aufbauen. Denn dieses hat sich ansonsten in den vergangenen Jahren meist gut bewährt. Rasche Lösungen dagegen sind schlicht eine Illusion.

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