Hüsnü hilft
Heute: Frau Sevim und Weihnachten

Hüsnü berät Ilka aus Basel, die keine Lust mehr auf Weihnachten hat. Zum Autor: Hüsnü Haydaroglu ist Call-Center-Agent und lebt in Pratteln. In seiner Freizeit berät er Menschen. Gerüchten zufolge ist er mit der Autorin und Filmerin Güzin Kar verwandt.

Hüsnü Haydaroglu
Hüsnü Haydaroglu
Drucken
Teilen
(Symbolbild)

(Symbolbild)

Keystone/LAURENT GILLIERON

Lieber Hüsnü, mir geht die ganze Weihnachtssause auf die Nerven. Immer das gleiche Essen, die gleichen Lieder, dumme Gespräche und doofe Geschenke, die keiner braucht. Gibt es Hoffnung darauf, dass dieses verlogene Fest jemals ausgerottet wird oder müssen wir das ewig ertragen?»

Ilka, 52, Basel

-----------------

Liebe Frau Ilka. Leider wird nicht besser werden und musst du ertragen bis zum Ende vom deine Leben, wo hoffentlich kommt noch lange Zeit nicht.

Wann ich war klein und wohnte ich zu Hause, wir hatten eine Herr Bulut zum Nachbar, wo war schon sehr alt und wurde immer älter und älter. Am Schluss, wir glauben, er ist 130 Jahre alt, so klein und weiss ist er geworden. Aber immer noch lauft er dem Treppe. Er lauft langsam und braucht er fast ganze Tag für ein Treppe, aber gefällt es ihm, und er nehmt seine Stock und lauft runter zu uns, wo hört er Stimmen. Dann er klingelt und sagt: «Guten Abend, junge Mann». Er sagt immer «junge Mann», auch wann eine vom meine Schwestern aufmacht der Tür.

Wann war der Herr Bulut selber jung, der junge Frauen sollen kein Tür aufmachen, weil draussen war Krieg und stehen Mädchendiebe vom fremde Armee, so man lasst immer dem kleine Brüder aufmachen, wo sind noch zu klein für dem Krieg. «Guten Abend, junge Mann, wollt ich fragen, ist der Frau Sevim zu Hause und hat sie Lust zum Tee trinken?» «Hier wohnt kein Frau Sevim», schreit mein Grossschwester Handan, weil der alte Herr Bulut hört nicht mehr gut. Dann der Herr Bulut geht nach oben zu seine Wohnung und hört laute Marschmusik, so laut, dass ganze Strasse hört, weil er selber hört nicht. Nächste Abend, genau um acht Uhr, er kommt wieder: «Guten Abend, wollt ich fragen, ist der Frau Sevim zu Hause und hat sie Lust zum Tee trinken?» «Wer ist diese blöde Sevim, wo hat ihre Tee seit 60 Jahre nicht getrunken?», sagt mein Grossswester Handan. Wir fragen paar alte Personen im Quartier und lernen: Der Frau Sevim war ein schöne Frau, wo früher wohnte dort, wo wir wohnen jetzt. Der Herr Bulut hat dem schöne Frau Sevim nie vergessen und auch nicht, dass sie einmal wollen Tee trinken und bisschen kennenlernen.

Jetzt wir waren da. Und weil immer mein Schwester Handan geht zum Tür aufmachen, sie war jede Tag sehr böse wegem diese Sevim und ihre Tee. Aber wann mein Grossschwester Handan geht nach Istanbul zum studieren, zweite Grossschwester Halime muss der Tür auf machen und sagen: «Hier wohnt keine Sevim.»

Nach paar Monate, mein Grossschwestern Handan kommt im Semesterferien nach Hause und erzählt tolle Geschichte vom Istanbul: So kann man einkaufen, so kann man tanzen, gibt es so schöne Frauen und noch mehr schöne Männer. Und wir alle denken: Uiuiui, der Handan hat neue Heimat gefunden, wo ist mehr besser und schöner als unsere alte Quartier. Dann, genau um acht Uhr, der Tür klingelt. Halime will aufstehen, aber der Handan sagt: «Bitte, darf ich aufmachen?» Sie geht, macht auf und sagt: «Hier wohnt keine Sevim» und kommt zurück. Dann sie sagt: «Jetzt ich bin wieder zu Hause!» Das ist Weihnachten.