Persönlich
Heute: Starbucks überlisten

Auch einem Megakionzern kann man ein Schnippchen schlagen. Ist mir kürzlich wieder gelungen.

Benjamin Wieland
Benjamin Wieland
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Unser Autor hat herausgefunden, wie er Starbucks überlisten kann.

Unser Autor hat herausgefunden, wie er Starbucks überlisten kann.

KEYSTONE/AP/TED S. WARREN

Ich mag sie nicht, die globalisierten Restaurantketten. Hat man aber erst einmal gelernt, ihre Vorzüge zu maximieren, sind sie gut zu ertragen. Starbucks zum Beispiel: Einmal konsumieren – dafür im Gegenzug stundenlang auf Sofas fläzen, mit Zeitung und Gratis-WLAN. In einer konventionellen Beiz käme in derselben Zeit 13-mal die Bedienung vorbei, um zu fragen, ob man noch etwas wünsche. Und jedes Mal würde die Mimik finsterer.

Starbucks hat auch Nachteile. Sie sind in Kauf zu nehmen. Schnatternde Teenies zum Beispiel («Hey neeeeei, Mann! Hesch ghört, Chiusi het neue Fründ, so eine, wo Augebraue zupft, mit knöchelfreie Rieblihose» – Gekicher). Und das Bestellen erst, das ist die wahre Challenge. Aber auch da ist es möglich, dem durchrationalisierten, global vereinheitlichten Megakonzern ein Schnippchen zu schlagen. Ist mir erst kürzlich wieder gelungen.

Hier der Wortwechsel zwischen einer gewissen «Nina» hinter der Theke und mir: «Einen Café Crème, bitte!» – «Kennst Du schon unser Sonderangebot, mit Nicaragua-Röstung?» – «Café Crème, bitte!» – «Für einen Franken mehr gibts die extragrosse Tasse» – «Café Crème, bitte!» – «O.k. Noch was dazu?» – «Nein, einen Café Crème, bitte!» – «Wir haben jetzt wieder New York Cheesecake!» – «Café Crème, bitte!» – «O.k. Wie ist Dein Name?» – «Café Crème!» (allgemeines Gelächter).

Dafür erhielt ich ein Löffelchen aus Metall (nicht nur ein Holzstäbchen wie üblich) und gratis ein Glas Wasser dazu. Und seither werde ich gegrüsst vom Personal. Man muss sie einfach überlisten, die globalisierten Ketten. Mit uns tun sie das ja auch.