Bombenalarm
Hier ist Transparenz enorm wichtig

Es war keine Bombe. Es war eine Attrappe. Diese wichtigste News machte am Montag rasch die Runde. Und auch die zweitwichtigste wurde gut transportiert: Die mutmasslichen Täter sind ermittelt. Doch dann war es mit der Klarheit rasch vorbei.

Nicolas Drechsler
Nicolas Drechsler
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Die Polizei musste das Gebiet um den Tinguely-Brunnen grossräumig absperren.

Die Polizei musste das Gebiet um den Tinguely-Brunnen grossräumig absperren.

Benjamin Rosch

Im Koffer habe ein Koran gelegen, meldet die «Basler Zeitung», die irgendwo eine Quelle zu haben scheint. Stimme so nicht, sagt die Staatsanwaltschaft und rückt später mit der Information heraus, eine Seite aus einer deutschen Übersetzung des Korans habe sich aber im Koffer befunden.

Zu den Festgenommenen macht man gar keine Angaben, aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes, und doch hat die «BaZ» Informationen zum minderjährigen Tatverdächtigen und macht diese publik. Ohne Rücksicht auf die Zurückhaltung, welche die Strafprozessordnung bei Jugendlichen vorgibt. Es ist offensichtlich: Irgendwo hat es ein Leck. Und das ist höchst bedenklich.

Auch bedenklich ist, dass nun von einem «Lausbubenstreich» geredet wird, als ob ein Schlingel einen Glockenzug gemacht oder mit ein paar Krachern einen Blumentopf gesprengt hätte. Angesichts des globalen Terrorismus’ und der allgegenwärtigen Angst davor ist eine Bombenattrappe mehr als ein Scherz. Es ist in der Tat das, weswegen nun ermittelt wird: «Schreckung der Bevölkerung». Mal ganz abgesehen vom entstandenen Schaden durch die Sperrung der Innenstadt zur Hauptverkehrs- und Geschäftszeit.

Gerade weil es um Angst und Schrecken geht, sind unklare Kommunikation und Informationslecks besonders heikel. Denn sie potenzieren die angstauslösende Wirkung dessen, was die Jugendlichen getan haben.