Persönlich
Hut ab vor denen, die draussen arbeiten

Es giesst am Morgen aus vollen Kübeln. Der Bauarbeiter schuftet im Strassengraben im Dreck zwischen Pfützen. Das wäre nichts für mich. Am Nachmittag brennt die Sonne. Bei brütender Hitze bringt der Spengler auf dem Hausdach Kupferabdeckungen an. Auch das wäre nichts für mich.

Simon Tschopp
Simon Tschopp
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Neben körperlicher Anstrengung müssen Bauarbeiter auch Wind und Wetter trotzen.

Neben körperlicher Anstrengung müssen Bauarbeiter auch Wind und Wetter trotzen.

Keystone

Ich habe grosse Achtung vor Handwerkern, die während ihrer Arbeit den Launen des Wetters ausgesetzt sind. Denn neben körperlicher Anstrengung müssen sie Nässe, Kälte und Hitze trotzen. Was Aussenstehende als echte Herausforderung sehen, gehört für Betroffene natürlich zum Arbeitsalltag.

Hartgesottene Freiluft-Handwerker könnten sich hingegen kaum vorstellen, im Büro zu arbeiten. Da läuft für sie zu wenig, sie würden mangels körperlicher Betätigung vermutlich bald einnicken. Ganz anders für mich. Ich fühle mich wohl im Büro. Draussen zu arbeiten – ein Gräuel für mich. Der Militärdienst als Füsilier reichte mir vollkommen.

Dennoch schätze ich Wind und Wetter. Beim Joggen ist es mir egal, für welche Variante sich Petrus entschieden hat. Durch Feld und Wald rennen ist bei jedem Wetter faszinierend. Dabei saugt man die Natur so richtig in sich auf. Nach etwa einer Stunde bin ich wieder im Schatten oder Trockenen. Ich kann mich den verschwitzten oder nassen Sportkleidern entledigen und ab unter die Dusche. Der Spuk ist vorbei.

Draussen sein ja – aber bei extremer Witterung bloss nicht zu lange.