Kommentar
Jetzt kommts knüppeldick

David Sieber über das bröckelnde Image des Sicherheitsdirektors Baschi Dürr.

David Sieber
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Es gab auch schon einfachere Tage im Leben des Basschi Dürr.

Es gab auch schon einfachere Tage im Leben des Basschi Dürr.

Juri Junkov

Ausgerechnet in der Endphase des Wahlkampfs muss Sicherheitsdirektor Baschi Dürr praktisch im Tagesrhythmus Tiefschläge einstecken. Erst brachte ihn das Dienstwagenprivileg der Polizeikader in arge Erklärungsnöte. Mit allerlei wohlfeilen Worten aus dem PR-Fundus erklärte er die Affäre für alsbald beendet. Dann wurde bekannt, dass die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr während vier Jahren keine Lohnausweise erhielten, was den Staat nun 90'000 Franken kostet. Und nun den weitaus schlimmsten Fall, den sich ein Vorgesetzter (und die betroffene Frau) nur vorstellen kann: ein sexueller Übergriff innerhalb des Polizeikorps.

Ein Polizist wurde freigestellt, die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Baselland gegen vier Personen laufen, wie Telebasel gestern berichtet hat. Dürr schweigt und schickt seinen Sprecher vor. Und der muss schweigen, darf nur bestätigen, was bekannt ist. So will es das Gesetz. Für den ambitionierten Kommunikator Dürr, der unbedingt das Regierungspräsidium übernehmen will, eine unmögliche Situation. Er sollte jetzt Worte des Bedauerns finden. Er sollte versprechen, dass der Fall lückenlos aufgeklärt werde. Ohne Vorverurteilungen. Ohne Beschönigungen.

Niemand gibt Dürr persönlich die Schuld an unentschuldbaren Vergehen seiner Untergebenen. Doch er hat sein Image als führungsstarker Macher in Rekordzeit zerstört. Jetzt gilt er als Chef, der von seinen Polizisten vorgeführt wird. Man kann sich vorstellen, was Polizeikommandant Gerhard Lips nun blüht.