Kantonsspital Bruderholz
Kita in Liestal: Die Vorteile der Privatisierung

Nach dem Bruderholz eröffnet das Kantonsspital Baselland nun auch in Liestal eine Kindertagesstätte. Das zeigt, dass staatliche Firmen neu als öffentlich-rechtliche Anstalten betrieben, auch ausbauen können.

Bojan Stula
Bojan Stula
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Nach dem Bruderholz eröffnet das Kantonsspital Baselland nun auch in Liestal eine Kindertagesstätte. (Symbolbild)

Nach dem Bruderholz eröffnet das Kantonsspital Baselland nun auch in Liestal eine Kindertagesstätte. (Symbolbild)

Keystone

Natürlich denken die Baselbieter Spitalverantwortlichen ein kleines bisschen an die positive Aussenwirkung, wenn sie nach dem Bruderholz nun auch für das Spital Liestal eine eigene Kindertagesstätte einrichten. Doch das ist nicht der entscheidende Grund: Entscheidend ist, dass man als Arbeitgeber bei den sich abzeichnenden Engpässen im Gesundheits-Stellenmarkt alle Register ziehen muss, um auch künftig noch fähiges weibliches Personal rekrutieren zu können.

Erst recht, wenn die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative bald schon den Zustrom von Ärztinnen und Pflegefachkräften aus dem Ausland dramatisch auszudünnen droht. Nicht nur um Wiedereinsteigerinnen bemühen sich darum die Spitäler mit besonderen Rekrutierungsprogrammen und Pool-Lösungen, sondern sie tun alles dafür, dass die weiblichen Angestellten nach ihrer Babypause gar nicht erst aussteigen. Dazu ist die Bereitstellung von betriebsinternen Plätzen für die Kleinkinderbetreuung ein effektives Mittel.

Die gute Nachricht aus dem Kantonsspital Baselland zeigt aber noch etwas anderes: Die Auslagerung von staatlichen Betrieben in öffentlich-rechtliche Anstalten wird nicht immer nur von den Schattenseiten des zunehmenden wirtschaftlichen Drucks begleitet, wie sie Gewerkschaften und rot-grüne Kreise gerade erst wieder bei der Teil-Privatisierung der Basler Schul- und Volkszahnklinik heraufbeschworen haben. Den Mechanismen des freien Markts ausgesetzt zu sein, bedeutet eben auch, dass man als Arbeitgeber seinen Angestellten, dem oft beschworenen «grössten Kapital» einer Firma, etwas bieten muss.

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