Kommentar
Liebe Post, sei doch endlich mal ehrlich

Ein Kommentar zum Filialenabbau der Post im Baselbiet.

Benjamin Wieland
Benjamin Wieland
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Die Postfiliale in Bottmingen soll geschlossen werden.

Die Postfiliale in Bottmingen soll geschlossen werden.

Nicole Nars-Zimmer niz

Die Post hat den Preis für die schönfärberischste Medienmitteilung des Monats verdient. Im gestern verschickten Communiqué mit dem Titel «Filialen und Servicepunkte im Kanton Basel-Landschaft» war von «physischen und digitalen Zugangsmöglichkeiten» die Rede, von «neuen Zugangspunkten», «lokalen Bedürfnissen» und «regionalen Kriterien». Alleine das Wort Dialog kommt sechsmal vor.

Das Geschwurbel hätte sich der Staatsbetrieb sparen können. Und stattdessen einfach vermelden sollen, um was es eigentlich geht: «Wir planen, sechs Poststellen abzubauen. Es wird aber Ersatzdienstleistungen geben.» So aber musste man sich diese Informationen aus einer Liste zusammenklauben. Und auch dort hiess es verharmlosend, sechs Filialen seien «zu prüfen».

Wirklich überrascht sein über den Abbau von Postschaltern kann in der Region niemand mehr. Spätestens seit der gelbe Riese die Basler Hauptpost dichtmachen wollte, ist klar: Es gibt keine Tabus mehr. Zu sehr hat das Internet dem Unternehmen zugesetzt. Die Postfiliale ist entbehrlich geworden. Stossend ist die zögerliche Kommunikationspolitik aber vor allem für die Angestellten. Zwar verspricht die Post, sie wolle Entlassungen vermeiden. Doch das ist für die Syndicom nur ein Lippenbekenntnis. «Wir glauben nicht daran, dass es keine Entlassungen geben wird», schreibt die Gewerkschaft der bz.

Das Unternehmen sollte der Öffentlichkeit endlich reinen Wein einschenken. Ansonsten befeuert es nur Ängste und Widerstände. Das kann nicht in seinem Interesse sein.

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