Mein Leben im Dreiland
Merkwürdigkeiten auf dem Euro-Airport

Über die Suche nach dem grossen, freundlichen internen Grenzübergang, einen günstigen Flammkuchen im Restaurant auf der französischen Seite und den endlich funktionierenden Internetzugang auf dem binationalen Flughafen.

Peter Schenk
Peter Schenk
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Im Fahrstuhl ist angeschrieben, wo sich der Grenzübergang befindet.
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Hinweisschild für den Weg in Dreiländerrestaurant, das sich auf der französischen Seite befindet.
Der interne Grenzübergang im dritten Stock.
Mein Leben im Dreiland: Euro-Airport

Im Fahrstuhl ist angeschrieben, wo sich der Grenzübergang befindet.

Peter Schenk

Es ist mir ein wenig peinlich, aber obwohl ich schon oft darüber geschrieben habe, kann ich mir einfach nicht merken, wo sich im Euro-Airport der grosse, freundliche interne Grenzübergang befindet. So auch neulich wieder, als ich mit dem Flieger aus den Herbstferien zurück kam. Ich bin bewusst auf der französischen Seite rausgegangen, weil ich dort im Flughafen-Restaurant noch etwas essen wollte.

Auf der Ankunftsebene habe ich mich umgeschaut, wie ich später auf die Schweizer Seite zum Flughafenbus komme, um nach Basel nach Hause zu fahren. Der Übergang dort aber war mickrig. Er führte durch einen Gang – kein Vergleich mit dem, was ich in Erinnerung hatte. Ich bin also zum Infoschalter des Flughafens und habe die Dame dort gefragt, wo der breite, freundliche Übergang abgeblieben sei. Erst verstand sie nicht, was ich wollte. Als ich mich erklärte, wurde sie zunehmend gereizter.

«Wenn Sie heute angekommen sind, müssen Sie nach dem Restaurantbesuch wieder mit dem Fahrstuhl auf diese Ebene kommen und hier im zweiten Stock über die Grenze gehen», wies sie mich an. Ich weiss nicht, welche Laus der Dame über die Leber gekrochen ist, aber freundlich war das nicht und richtig auch nicht. Merkwürdig! Dabei stand dann im Fahrstuhl gross angeschrieben, dass sich der interne Grenzübergang auf der dritten Ebene befand, derjenigen für den Abflug. Ausserdem war ich ja auf dem Weg vom Flieger schon einmal durch die Passkontrolle gegangen.

Ich wollte auf der französischen Seite essen gehen, weil es dort erfahrungsgemäss günstiger ist. Für einen Flammkuchen (gratiniert oder nature) mit einer Stange habe ich gerade mal 11,50 Euro bezahlt. Da kann man nicht meckern. Da es bereits am frühen Nachmittag war, bin ich in der Brasserie gelandet. Manche Speisen wie Rösti wurden zu dieser Tageszeit nicht angeboten und das daneben liegende Dreiländer Restaurant mit seiner Sterneküche war geschlossen. Ich war trotzdem zufrieden. Ich bin dann mit dem Fahrstuhl in den dritten Stock gefahren und über die Grenze gegangen, um im fünften Stock auf der Schweizer Restaurantseite einen kleinen Preisvergleich zu starten.

Der erwies sich allerdings als schwierig, denn im Foodcourt gab es mit Francesca, Courtepaille oder Comptoir nicht mehr wie früher die identischen Beizen und Restaurants wie auf der elsässischen Seite. Ein Beispiel, das für Frankreich spricht, habe ich dann doch gefunden. Der Flammkuchen gratiniert und eine Stange kosteten auf der Schweizer Seite zusammen 19,90 Franken, gut 6 Franken mehr als im Elsass.

Auf dem fünften Stock der Schweizer Seite fand sich auch ein Schild, das für meine Begriffe etwas kompliziert erklärte, wie man über Fahrstuhl, Grenze im dritten Stock und erneut den Fahrstuhl ins Dreiländer Restaurant kommt.

Eine gute Nachricht gibt es noch. Nachdem ich mit meinem auf Roaming eingestellten I-Phone mehrmals aus dem Internet geflogen war, habe ich mich erinnert, dass der Flughafen einen gratis Wifi-Zugang besitzt. Der funktioniert super gut. Verfügbar ist er während der Öffnungszeiten und wenn man ihn nicht mehr nutzt, wird man nach zwei Stunden automatisch abgemeldet. Etwaige Urheberrechtsverletzungen werden von einer französischen Behörde geahndet. Das ist vielleicht auch merkwürdig, stören tut mich das aber nicht.

peter.schenk@bzbasel.ch