Kommentar
Neues Asylzentrum in Liestal: Bitte noch die Unterschrift setzen

Liestal steht in der Pole-Position für ein neues Bundes-Asylzentrum. Das ist eine Erfolgsmeldung. Im Baselbiet gibt es keine ernsthafte Alternative mehr zum alten Zeughaus-Areal. Und viele Angriffspunkte bietet der Standort nicht.

Michael Nittnaus
Michael Nittnaus
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Favorisiert für ein Bundes-Asylzentrum: das alte Zeughaus-Areal an der Oristalstrasse 100 in Liestal.

Favorisiert für ein Bundes-Asylzentrum: das alte Zeughaus-Areal an der Oristalstrasse 100 in Liestal.

Roland Schmid

Mit einem Statement hat Liestals Stadtpräsident Lukas Ott den Nagel auf den Kopf getroffen: «Es können sich nicht alle Gemeinden verweigern.» Dass – gemäss Recherchen der bz – nach monatelanger Suche nun tatsächlich im Baselbieter Kantonshauptort ein valabler Standort für ein Bundesasylzentrum gefunden wurde, mit dem Bund, Kanton und die Stadt zufrieden sind, ist eine echte Erfolgsmeldung.

Natürlich: Unterschrieben ist noch nichts. Damit wollen sich die Parteien bis Mitte Juni Zeit lassen. Doch fest steht: Zumindest in Baselland gibt es mittlerweile keine ernsthafte Alternative mehr zu Liestal und dem alten Zeughaus-Areal an der Oristalstrasse 100. Ausserdem: Viele Angriffspunkte, die beim Bau eines grossen Asylzentrums – wir sprechen von mindestens 350 Asylsuchenden – für einen Volksaufstand sorgen könnten, bietet das Areal nicht.

So liegt es nicht im Zentrum der Gemeinde und wird das Aussenbild des Stedtli nicht komplett umprägen. Auch ein Wohnquartier sucht man in der direkten Nähe vergebens. Trotzdem ist es per öV und Auto gut erreichbar. Die Asylsuchenden werden also nicht von der Aussenwelt abgeschnitten. Liestal ist zudem gross genug, um viele Personen aus anderen Kulturen aufnehmen zu können. Etwas, vor dem sich im kleinen Hölstein bekanntlich viele fürchteten. Findet der Kanton auch einen neuen Standort für die heutigen Nutzer – unter anderem die Polizeiausbildungsstätte –, muss die Devise lauten: Setzt die Unterschrift.