Mein Leben im Dreiland
Pakete nur mit deutscher Adresse

Peter Schenk über Pakete, die nicht ans Ziel kommen, und die Preise der Schweizer Post.

Peter Schenk
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(Symbolbild)

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KEYSTONE/LAURENT GILLIERON

Ich habe mich schon öfter gefragt: Ist das eigentlich ein Problem, wenn auf einem Paket oder Päckchen, dass ich von einer deutschen Poststelle innerhalb Deutschlands verschicke, meine Basler Adresse als Absender steht? Bisher gab es damit zumindest im Weiler Quartier Friedlingen nie Schwierigkeiten – sogar, wenn ich extra nachgefragt habe. Nun aber hat das Schweizer Konsumentenmagazin «Saldo», immer gut im Aufspüren der unwahrscheinlichsten Skandale und Regelungen, für Klarheit gesorgt. Tatsächlich darf man seit 2009 in Deutschland nur Pakete verschicken, wenn darauf als Absender eine deutsche Adresse steht.

In den Versandbedingungen von DHL, Paket- und Briefdienst sowie Tochtergesellschaft der Deutschen Post, heisst es: «Die Absenderangabe muss einen Ort in Deutschland bezeichnen, um im Fall der Unzustellbarkeit oder sonstiger Unregelmässigkeiten eine Rückbeförderung und Nachfragen an den Absender zu ermöglichen.» Die Medienstelle von DHL bestätigt die Recherchen des Magazins, das zudem zwei Beispiele von Lesern zitiert. Einer wurde in Konstanz mit seinem Paket mit Schweizer Absenderadresse unverrichteter Dinge zurückgeschickt. Ein anderer fand sein in Lörrach aufgegebenes Paket vier Wochen später in seinem Briefkasten wieder. Zum Glück gibt es eine einfache Lösung. Wie Tausende von Kunden mit Wohnsitz in der Schweiz habe ich eine Adresse bei einem deutschen Lieferadress-Service in Grenznähe. Künftig werde ich diese auf meinen Paketen nach Hamburg, wo mein Bruder und seine Familie leben, angeben.

Lohnen tut sich der Weg über die Grenze allemal, denn die Preise der Schweizer Post sind horrend. Für ein Paket bis 2 Kilo fallen nach Deutschland 30 Franken an; in Deutschland aufgegeben kostet es umgerechnet nur knapp 5 Franken. Neulich habe ich meiner Schwägerin einen Brief geschickt – tatsächlich, solche Leute gibt es noch. Ich scanne nicht alles ein, zudem ist das manchmal umständlich. Kommt hinzu, dass ein Brief sehr persönlich ist, nur von ihr aufgemacht wird, und wir eine Überraschung für den runden Geburtstag meines Bruders planten.

Meine Schwägerin ist Künstlerin und interessiert sich sehr für Ausstellungen. Eine Kunstkarte von Jackson Pollock und das Begleitheft der Ausstellung, die derzeit im Basler Kunstmuseum zu sehen ist, wogen 60 Gramm. Ich hatte es eilig und wollte nicht warten, bis ich mal nach Deutschland komme. 4.30 Franken hat der B 4-Brief gekostet – ich habe einen kleinen Schock bekommen. Innerhalb der Schweiz kommt ein Standardbrief mit A-Post bis 100 Gramm auf 1 Franken, als Grossbrief auf 2 Franken. Das finde ich wiederum sehr günstig. Ich habe ein wenig nachrecherchiert. Tatsächlich können die Schweizer Preise beim Inlandsporto durchaus mit dem grenznahen Ausland mithalten – besonders, wenn Briefe etwas schwerer sind, wird es in der Schweiz sogar günstiger.