Kommentar
Riskantes Spiel um Geld und Ruf

Daniel Haller
Daniel Haller
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Die AAGL betreibt 39Linienbusse, die BLT (im Bild) deren 68.

Die AAGL betreibt 39Linienbusse, die BLT (im Bild) deren 68.

Nicole Nars-Zimmer niz

Mit der Forderung von FDP-Landrat Christoph Buser, nicht nur die Ausschreibung der Buslinien der Autobus AG Liestal (AAGL) zu prüfen, sondern gleich alle im Landkanton, ist die Grundsatzdebatte lanciert: Sind Buslinien für den Steuerzahler kostengünstiger, wenn sie von grösseren Unternehmen betrieben werden? Soll man deshalb die AAGL in die Baselland Transport AG (BLT) integrieren? Oder senkt der Wettbewerb mehrerer kleiner Unternehmen die Beträge, die der Kanton den Busbetreibern überweisen muss?

Der Kanton und sein verlängerter Arm BLT vertreten die erstgenannte Position. Also schlug die BLT im März der AAGL die Übernahme vor. Diese lehnte ab und äusserte anschliessend Bedenken, einen vom Kanton – dieser ist Minderheitsaktionär – vorgeschlagenen BLT-Verwaltungsrat in den eigenen Verwaltungsrat wählen zu lassen. Die Regierung war «not amused» und beschloss im Mai, die AAGL unter Druck zu setzen, indem er deren Linien bei nächster Gelegenheit ausschreibt. Brisant ist, dass sie dies lange unter dem Deckel hielt.

Je nach Ausgang des Konflikts steht der Wert der Aktien auf dem Spiel. Trotzdem versicherte Verwaltungsratspräsident Christian Haidlauf an der Generalversammlung den Kleinaktionären, es gebe kein Problem. Dabei muss er sich aber fragen, ob er mit solch derart offensichtlich widerlegbaren Aussagen, die zwar womöglich so im AAGL-Verwaltungsrat beschlossen wurden, in einem unübersichtlichen Konflikt seinen ansonsten guten Ruf als Anwalt und Kantonsrichter aufs Spiel setzt.