Kantonsfinanzen
Rückschläge werden kommen

Michael Nittnaus
Michael Nittnaus
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Anton Lauber

Anton Lauber

Schweiz am Wochenende

Nichts würde ich lieber tun, als Anton Lauber zum besten operativen Ergebnis Basellands seit 2010 zu gratulieren. Ein Überschuss von 74 Millionen Franken. Endlich. Tatsächlich verdient es Respekt, was der Finanzdirektor und sein Team 2016 erreicht haben. Sehr viele Bereiche des Staatshaushalts entwickeln sich positiv, allen voran das Eigenkapital, aber auch die Steuereinnahmen. Und der Verwaltungsapparat wird immer schlanker, mehrere Sparmassnahmen beginnen zu wirken.

Doch das operative ist nicht das Gesamtergebnis. Da prangt ein wuchtiges Defizit von über 200 Millionen Franken. Auch wenn es durch den Zinsentscheid der Pensionskasse fremdbestimmt ist, kann man es nicht schönreden. Baselland ist nicht über den Berg. Denn auch die Last der BLPK-Reform 2014 wiegt noch tonnenschwer und beides kombiniert sorgt für einen Bilanzfehlbetrag von 1,1 Milliarden Franken. Dieser muss ab 2018 über 20 Jahre abgestottert werden. Ein Bremsklotz sondergleichen.

Und das ist nicht die einzige Baustelle, die Laubers Optimismus wieder dämpfen könnte. So kann bald schon das Volk dem Kanton an der Urne 30 Millionen an Pflegenormkosten der Gemeinden aufbrummen. Und noch etwas sollte man nicht unterschätzen: den immensen Investitionsstau. Aktuell investiert Baselland gerade mal in den FHNW-Neubau, das neue Biozentrum sowie drei Schulhaus-Sanierungen. Dabei ist die Liste der maroden Schulhäuser, kaputten Strassen oder weiterer dringender Projekte noch lang. Die Zeit für Gratulationen ist wahrlich noch fern.

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