Kommentar
Sie können es nicht miteinander

David Sieber
David Sieber
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Monica Gschwind und Christoph Eymann haben das Heu nicht auf derselben Bühne.

Monica Gschwind und Christoph Eymann haben das Heu nicht auf derselben Bühne.

bz

Der missglückte Versuch, das Bundesparlament von einem Baselbieter Sitz im Hochschulrat zu überzeugen, könnte als Exempel für das fragile Verhältnis der beiden Basel dienen. Doch die Sachlage scheint profaner: Da mögen sich schlicht zwei Politiker nicht.

Die gegenseitigen Schuldzuweisungen lassen sich als Psychohygiene nach Beendigung einer glücklosen Beziehung interpretieren. Auf der einen Seite ist da Christoph Eymann, Nationalrat und bis vor kurzem als basel-städtischer Regierungsrat für das Erziehungsdepartement zuständig. Auf der anderen Seite sein Landschäftler Pendant Monica Gschwind, die der Bildung nicht zuletzt aus finanziellen Gründen weniger Gewicht beimisst als ihr Ex-Kollege.

Eymann hatte mit der am Mittwoch abgelehnten parlamentarischen Initiative den Boden gelegt. Doch Gschwind traute der Sache nicht recht, hatte Vorbehalte. In der Folge zog Eymann ziemlich vom Leder. Er bemängelte das fehlende Lobbying Gschwinds in Bundesbern und war in seiner Wortwahl nicht eben diplomatisch. Als Magistrat musste er sich noch zurückhalten, nun konnte er seiner Basler Seele freien Lauf lassen. Gschwind wiederum keilt jetzt zurück. Eymann schade der Zusammenarbeit der beiden Basel. Und sie wirft ihm einen Sololauf vor.

Die beiden müssen in diesem Leben keine Freunde mehr werden. Dass ihr Streit aber auf Kosten des wichtigsten Standortfaktors der Region – der Bildung – ausgetragen wird, zeigt, woran auch die beiden Basel manchmal kranken: an Überempfindlichkeit.

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