Persönlich
«Snowzilla» und der Name des Nagellacks

Wenn der Schneesturm in den USA zu «Snowzilla» wird und die Freundin ihre Nägel mit «Barefoot in Barcelona» lackiert, dann sollten sich auch mal die Schweizer trauen, mehr Sprachwitz auszupacken.

Benjamin Wieland
Benjamin Wieland
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Schneesturm in den USA

Schneesturm in den USA

Keystone

Ich bewundere die US-Amerikaner für ihren Sprachwitz. Davon sollten wir uns ein dickes Stück abschneiden. Jüngstes Beispiel: «Snowzilla». So nennt man zwischen Boston und San Diego das Tief «Jonas», das über das Wochenende die Ostküste der USA im Schnee versinken liess. Gekürt haben den Namen Leser der «Washington Post». Die Zeitung hatte extra eine Abstimmung durchgeführt. Noch besser als «Snowzilla» finde ich aber einen anderen Vorschlag: «Make Winter Great Again», in Anlehnung an «Make America Great Again», den Wahl-Slogan von Ronald Reagan bei seiner Präsidentschafts-Kandidatur 1980, nun recycelt von Donald Trump.

Die «Post»-Leser haben viele weitere Vorschläge eingebracht. Einige witzig und kreativ – andere weniger. «Edward Snowed In» bedarf etwas Reflexion. Bei «Snownami» oder «Snowlocaust» hatte die Redaktion wohl Angst vor einem Shitstorm. Ebenso bei «SnoIS: Allah Akbrrrr!»

Gerade, als ich mitten auf der Suche nach noch besseren (und dooferen) Beispielen war, machte mich eine Kollegin darauf aufmerksam, dass nichts ausgefallenere Namen trage als Nagellacke. Eine kurze Google-Suche bestätigte: Heirassa! Da gehts ja voll ab, namenstechnisch! Hier die Top 3 meiner Best-of-Nagellack-Namen-Liste:

  • Barefoot in Barcelona (hautfarben)
  • Sir! Yes, Sir! (Armee-Grün)
  • Didgeridoo Your Nails (pink, warum auch immer ...)

Und so muss ich mein Lob relativieren: Gegen die blühende Fantasie der Erfinder von Nagellack-Namen kommt nichts an. Nicht einmal «Snowzilla».

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