Kommentar
Sondermüllentsorger steht am falschen Ort

Die Firma Thommen-Furler steht wohl hinter den Geruchsemmissionen, die den Bewohnern in Ziefen heftig auf die (Geruchs)-Nerven gehen. Doch dem Sondermüllentsorger kann man keine Vorwürfe machen.

Andreas Hirsbrunner
Andreas Hirsbrunner
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Sondermüllentsorgungsfirma Thommen-Furler in Ziefen

Sondermüllentsorgungsfirma Thommen-Furler in Ziefen

Juri Junkov

Die Firma Thommen-Furler betreibt ihren stetig gewachsenen, aber auch verbesserten Sondermüllentsorgungs-Betrieb legal in der Ziefner Gewerbezone. Auch die Behörden haben daran nichts zu bemängeln.

Dass die Firma jetzt mit lästigen, aber gesundheitlich offenbar unbedenklichen Geruchsemissionen für Reklamationen sorgt, ist zwar unschön und ruft die Lufthygieniker auf den Plan. Aber eigentlich sollten in erster Linie die Raumplaner im Kanton über die Bücher. Denn Thommen-Furler fährt seine weit über die Region gesammelten Sonderabfälle mit zahlreichen Lastwagen Tag für Tag ins Hintere Frenkental und später von dort weiter zur Verbrennung. Gegenüber einem zentraleren Standort heisst das Tausende von unnötigen Lastwagen-Kilometern – und das erst noch mit einem Risikogut.

Es gibt im Kanton Baselland noch etliche weitere Beispiele für einen falschen Standort eines verkehrsintensiven Betriebs. Das nächste steht nur fünf Kilometer weiter talaufwärts von Thommen-Furler: Nach Reigoldswil werden täglich Tonnen an Bauschutt zum Recycling gekarrt und das aufbereitete Gut danach weiter zum Bestimmungsort, der in annähernd 100 Prozent der Fälle nicht im Hinteren Frenkental liegt. Auch dieser Betrieb steht legal in der Gewerbezone, wie übrigens vor Jahren auch gerichtlich festgestellt wurde.

Derartige Fehlplanungen kümmern die Raumplaner in der Bau- und Umweltschutzdirektion kaum, ansonsten würden die Gewerbezonen nicht im ganzen Kanton über den gleichen Leisten geschlagen.