Kommentar
Sparen, wo es Sinn macht

Kommentar zur Chaos-Kita in Binningen.

Benjamin Rosch
Benjamin Rosch
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Die Stiftung der «Chaos-Kita» hat nun Stellung bezogen.

Die Stiftung der «Chaos-Kita» hat nun Stellung bezogen.

Für die Stiftung Kinderbetreuung ist der Fall klar: Es sind die wirtschaftlichen Bedingungen, welche die Missstände von personeller Fluktuation bis verschlechtertem Betreuungsschlüssel herbeigeführt haben. Seit 2013 subventioniert in Binningen die öffentliche Hand Eltern, nicht Institutionen.

Insgesamt hat sich die Betreuungssituation der Binninger verbessert. Ein Bericht der Gemeinde belegt dies: Die befragten Kitas sind überwiegend zufrieden. Die Eltern sind zufrieden. Und auch die Gemeinde ist zufrieden, da sie einen grossen Batzen Geld spart. Obwohl: Das grundsätzliche Sparen darf bei diesen Überlegungen nicht im Vordergrund stehen.

Kürzlich merkte ein Freund zu Recht an: Es ist so schon lächerlich, dass wir jenen, die unser Geld betreuen, ein Vielfaches mehr zahlen, als jenen, die dasselbe mit unseren Kindern tun. Gleiches gilt im Übrigen für die Betreuung von Kranken oder Alten.

Und natürlich darf das Exempel Binningen nicht auf den ganzen Kanton angewandt werden. Gerade in einwohnerschwachen Gemeinden können so Skaleneffekte nicht erreicht werden, derer es für die anständige Betreuung von Kindern bedarf. Eine kleine Kita im Oberbaselbiet würde wohl kaum überleben, müsste sie ohne Kantonssubventionen auskommen.

Dort, wo Wettbewerb herrscht, macht es aber Sinn, diesen nicht zu behindern. Dass damit einzelne Kitas, die lange von marktfremden Bedingungen profitiert haben, schlecht zurechtkommen, ist bedauerlich. Es entschuldigt aber auch nicht, dass die Kita Sparmassnahmen nicht kommuniziert und auf Briefe der Eltern nicht reagiert.