Uni Basel
Steigende Studiengebühren: Arm sind nicht die Studenten

Die Studiengebühren an der Universität Basel sollen um 100 auf 950 Franken steigen. Sie wären damit die höchsten im Land. Der Kommentar.

David Sieber
David Sieber
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Studenten an der Universität Basel in einem Hörsaal.

Studenten an der Universität Basel in einem Hörsaal.

Juri Junkov

Die Uni Basel muss sparen. Das mag von Aussen betrachtet paradox klingen, geht es doch Basel-Stadt blendend. Doch da ist auch noch der tiefbürgerliche Nachbarkanton Baselland, der paritätisch an der Uni beteiligt ist. Und der steht finanziell auf wackligen Beinen. Sparprogramm jagt Sparprogramm, und was am Ende der Debatte herausschaut, sind – wenig verwunderlich – Kürzungen bei Kultur und Bildung. Das betrifft die älteste Universität der Schweiz ganz direkt. Um 100 Franken sollen deshalb die Studiengebühren steigen, womit sie mit 950 Franken pro Semester die höchsten des Landes wären. Alternativ könnten auch nur die ausländischen Studentinnen und Studenten zur Kasse gebeten werden. Sie hätten dann doppelt so viel zu bezahlen. Doch dadurch würde Bundesgeld in namhafter Höhe verloren gehen, sodass unter dem Strich sogar Mindereinnahmen resultieren würden.

Kaum hatte die bz diese Pläne publik gemacht, ging der Protest los. Die Studentische Körperschaft der Universität Basel (Skuba) fände eine Erhöhung «schlimm» und die vereinigte (junge) Linke beider Basel lancierte gleich eine Petition, in der das Uni-Rektorat aufgefordert wird, die Gebühren nicht anzutasten. Das Lamento über das knausrige Baselbiet ertönt erneut. Bloss ändert das kein Jota an der Sachlage. Zudem ist der Protest auch ein wenig unredlich. Schliesslich sind es in der Regel nicht die Studentinnen und Studenten, die die Gebühren entrichten, sondern deren Eltern. 100 Franken pro Semester zusätzlich ist zwar keine kleine Summe, aber für die Mehrzahl der Familienhaushalte wohl verkraftbar. Und wenn nicht, kann ein Stipendium oder ein zinsloses Darlehen beantragt werden.

Nicht die Gebührenerhöhung ist das Problem, sondern die Politik, die dazu führt. Baselland schadet sich mit dem Sparkurs selbst. Und zieht dabei Basel-Stadt mit, obwohl deutlich mehr Landschäftler an der Uni studieren als Städter. Das kann im Kleinen tiefere Steuereinnahmen infolge höherer Ausbildungskosten bedeuten sowie die zusätzliche Vergabe von Stipendien. Aber vor allem kann längerfristig der Wirtschaftsraum Nordwestschweiz Schaden nehmen. Forschung, Entwicklung und Innovation sind nur möglich, wenn das Fundament Universität nicht bröckelt.