Mein Leben im Dreiland
Stück Paradies am Oberrhein

Peter Schenk
Peter Schenk
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Links: Marion Damman, Landrätin und somit Chefin des Landkreises Lörrach. Rechts: Felix Rudolf von Rohr, der sie befragt hat.

Links: Marion Damman, Landrätin und somit Chefin des Landkreises Lörrach. Rechts: Felix Rudolf von Rohr, der sie befragt hat.

Peter Schenk

Die grösste Herausforderung war das Alemannisch. Als Marion Dammann, die heutige Landrätin und damit Chefin des Landkreises Lörrach, vor knapp 30 Jahren nach Südbaden zog, hat sie zuerst so gut wie nichts verstanden. Das hat sich mittlerweile gegeben. Selber bleibt sie beim Hochdeutsch, wie der ehemalige Obmann des Fasnachts-Comités und Ex-Grossratspräsident Felix Rudolf von Rohr erleichtert anmerkte.

Dammann stammt ursprünglich aus Hannover und redet lupenreines Hochdeutsch. Am Sonntagmorgen war sie zu Gast bei der Clara Matinee, einer Veranstaltungsreihe im Claraspital, bei der seit gut zwölf Jahren drei bis vier Mal im Jahr Persönlichkeiten wie schon Claude Janiak, Arthur Cohn oder Emil Steinberger eingeladen werden. Im Durchschnitt einmal im Jahr unterhält sich Felix Rudolf von Rohr mit den Gästen.

Der Titel der Veranstaltung lautete «Der Landkreis Lörrach: ein Stück Paradies am Oberrhein». Die Matinee fand erstmals im neuen Auditorium des Claraspitals statt und das platzte zur Überraschung der Veranstalter trotz wunderschönen Frühlingswetters aus allen Nähten. Alle Stühle waren besetzt und von den gut 130 Besuchern mussten sich um die 30 mit einem Stehplatz begnügen.

230'000 Einwohnern hat der Landkreis. Er ist fast so gross wie der Kanton Jura und die Landrätin, nicht zu vergleichen mit den Parlamentariern im Baselbiet, hat über 3000 Mitarbeiter zu gebieten. An ihrem Kreis schätzt sie die grosse landschaftliche Abwechslung: Er liegt am Hochrhein wie am Oberrhein, zu ihm gehören Teil des Südschwarzwalds und des Markgräflerlands und das Kandertal. Und grün ist er natürlich: «Die Hälfte der Fläche besteht aus Wald und ein Viertel wird landwirtschaftlich bearbeitet», sagte Dammann.

Die Arbeitslosigkeit ist mit 3,0 oder 3,1 Prozent niedriger als in Basel und das Problem ist, dass im Landkreis ausgebildete Fachkräfte wie Krankenpfleger oft im Raum Basel landen. «Die Schweizer Löhne können wir nicht zahlen», kommentierte sie. Auch deutsche Erzieher und Ingenieure zieht es über die Grenze. Gleichzeitig sei klar: «Unser Detailhändler und die Gastronomie blühen aufgrund der Schweizer Gäste.»

Sie räumte ein, dass der Regiogedanke derzeit ein wenig darbe. Im Hintergrund sei man aber sehr aktiv und kenne sich gut. Der übervolle Saal war zudem der Beweis, dass es dem Regiogeist so schlecht im Raum Basel nicht gehen kann.

peter.schenk@bzbasel.ch

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