Kommentar
SVP hat ohne Not Gräben aufgerissen

Der Baselbieter SVP-Präsident Oskar Kämpfer stösst mit einer Aussage die CVP vor den Kopf: Die Mehrheit der SVP sei nicht bereit, linke CVP-Politik und damit eine Kandidatur Elisabeth Schneider-Schneiters bei den Nationalratswahlen mitzutragen.

Michael Nittnaus
Michael Nittnaus
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Oskar Kämpfer

Oskar Kämpfer

Was hat sich Oskar Kämpfer bloss dabei gedacht? Der Präsident der Baselbieter SVP, sonst als schlauer Fuchs bekannt, hat sich in einem Interview völlig vergaloppiert. Er machte offiziell, was zuvor bloss intern die Runde gemacht hatte: Die Widerstände innerhalb der SVP gegenüber CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter seien so gross, dass sie eine Listenverbindung bei den Wahlen vom 18. Oktober verunmöglichen würden.

Die Widerstände gegen die Fusionsbefürworterin an sich sind nichts Spezielles. Doch als Parteipräsident öffentlich hinzustehen und daraus eine Bedingung an den bürgerlichen Partner zu formulieren, war äusserst ungeschickt.

Denn das Verrückte ist: Diese Bedingung ist vollkommen unnötig. Dass sich die CVP der Listenverbindung von SVP und FDP anschliesst, gilt als ausgeschlossen. Das fordert nur eine kleine Minderheit um alt Landrat Remo Franz, der auch bereits öffentlich sagte, dass der Verlust des Nationalratssitzes gar nicht so schlimm wäre. Das dürfte eine Mehrheit anders sehen und am Parteitag vom 16. Juni die vom CVP-Vorstand favorisierte Verbindung mit BDP und GLP unterstützen.

Das weiss Kämpfer auch. Sein Votum war überflüssig. Schlimmer noch: Zwischen CVP und SVP reissen nun Gräben auf, die dank der Allianz-Erfolge fast gekittet waren. Die beiden Parteien werden zwar auch künftig weiter zusammenarbeiten, doch die unnötig provozierte Unruhe wird es nicht einfacher machen. Das kann nicht in Kämpfers Interesse sein.

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