Kommentar
Uhren ziehen Baselworld runter

Stefan Schuppli
Stefan Schuppli
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Das die Baselworld in einer Krise steckt, ist klar, nur in was für einer muss noch festgestellt werden.

Das die Baselworld in einer Krise steckt, ist klar, nur in was für einer muss noch festgestellt werden.

Kenneth Nars

Noch ist nicht ganz klar, welcher Art diese Krise ist. Eine Konjunkturkrise, die alle paar Jahre mal auftritt und danach durch einen Aufschwung abgelöst wird? Oder eine Strukturkrise, die einhergeht mit einem grundlegenden Umbau der Uhrenindustrie, sprich: einem Abbau?

Wer die langfristige Entwicklung der Uhrenexporte anschaut, muss sagen: Es handelt sich wahrscheinlich um eine ziemlich arge Geschichte. Vielleicht sogar um einen Strukturbruch wie in den 70er-Jahren, als die Quarzuhr die mechanische Uhr verdrängte. Die neuen internet-verbundenen Uhren verschärfen diese Entwicklung.

Baselworld «bilde den Markt ab», wurde gestern an der Eröffnung der Uhren- und Schmuckmesse mehrfach betont. Somit ist es ziemlich sicher, dass die Baselworld diese Bewegung mitmacht. Und das verheisst nichts Gutes. Am Tropf der Messe hängen Hotels, Restaurants und viele temporäre Arbeitsplätze.

Nicht ganz verständlich ist, warum die Baselworld ihre Flächen in der Halle U.4 aufgegeben hat. Sie habe nicht «in das Konzept» gepasst, hiess es. Gut, die Halle war im Soussol. Aber es wurden Aussteller abgewiesen. Welches sind die Kriterien, ob eine Firma einen Standplatz erhält? Die Firmenleitung liess sich gestern nicht in die Karten blicken.

Es wäre wohl kein Schaden, wenn die Messe hier etwas transparenter informieren würde. Denn immerhin stecken auch Gelder der öffentlichen Hand drin.

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